Seit wenigen Tagen unterhält die US-Bank „Goldman Sucks“ ihre treusten Kunden mit einem neuen Spiel aus der beliebten Reihe „Nullsumme“. KNN nennt die wichtigsten Regeln und erläutert die Hintergründe.
„Goldman Sucks“ – dieser Name steht seit 1869 für eine jener sympathischen kleinen Kundenbanken, die im Zeitalter der Monopolisierung leider immer seltener werden. Nachhaltigkeit und Kundennutzen haben in diesem Unternehmen neben gesellschaftlicher Verantwortung Priorität, aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz. So präsentiert CEO Lloyd Blankfein (56) in diesen Tagen mit „Facebook Invest“ ein Dankeschön für besonders treue Kunden. Zu dem spaßigen Spiel gehören natürlich ein paar Regeln: 1. Goldman Sucks investiert 450 Millionen Dollar in das soziale Netzwerk „Facebook“ (50 weitere Millionen kommen vom russischen Partner Mail.ru Group). Diese Anteile dürfen ausgewählte GS-Kunden erwerben und zwei Jahre nicht weiterverkaufen. 2. Dadurch steigert sich nicht nur der Wert des Facebook-Unternehmens auf 50 Milliarden Dollar – es wird auch ein hochspekulativer Wert künstlich verknappt (im Börsenslang: „Bubblebuilding“). 3. In zwei Jahren wird das investierte Geld dann umverteilt und für einige „Ohs“ und „Ahs“ sorgen. Dazu Blankfein: „Natürlich werden am Ende einige fein blank sein, aber irgendwo müssen die Gewinne ja herkommen.“ Was das Risiko seines Unternehmens angeht, zeigt sich der emsige Banker zuversichtlich: „Im Ernstfall hilft der Staat immer gerne aus der Patsche. In dieser Hinsicht sind wir bei GS nun wirklich nicht neoliberal.“ Als Spielverderber könnten sich die Spaßbremsen von der US-Börsenaufsicht Security and Exchange Commission (SEC) herausstellen. Blankfein glaubt allerdings an „Schlupflöcher“ und hält nichts davon „erwachsenen Menschen“ vorzuschreiben, was sie mit ihrem von anderen mühsam erwirtschafteten Geld machen.
Warum GS gerade auf Facebook baut, beantwortet der 56-jährige Fleischmützenträger so: „Dieses Facebook hat alles, was eine gute Geschäftsidee meiner Ansicht nach braucht: Es verfügt über keinen transparenten Mehrwert, erwirtschaftet Geld durch pure Spekulation und hat ein saugeiles Farmspiel am Start. Put, put, put.“ Die Frage, ob er selbst Freunde bei Facebook habe, will der verschmitzte Banker allerdings nicht beantworten.
Publiziert:
6. Januar 2011
Verfasst von:
Anselm Neft
Tags:
Kommentare:
Kommentar schreiben
Im Kampf gegen den großen Spiele-Hersteller und – Publisher zeigt der Guns N’ Roses Sänger, dass man auch mit fast 50 noch ein verdammt cooler Rock n Roller sein kann.
Cool. Cooler. Axl. Anders kann man es nicht ausdrücken. Erst veröffentlicht der 48jährige Frontmann mit „Chinese Democracy“ ein tolles Album, das in vielen Telefonwarteschleifen und Fahrstühlen rauf und runter gespielt wird, dann gibt er für das Activision Game „Guitar Hero III“ total lässig einen Song frei: „Welcome to the Jungle“ – der große „Appetit for Destruction“-Hit, bei dem Axl sogar selbst den Text geschrieben haben will. Die Musik wiederum stammt von Gitarrist Saul Hudson (45) besser bekannt als Slash Dot Com. Der Game-Publisher Activision (31) musste Axl Rose allerdings versprechen, dass Slash in dem Spiel nicht auftaucht. Axls coole Begründung: „Der stinkt.“
Nun kniedelt sich aber ein Avatar mit schwarzen Locken und Zylinder durch Guitar Hero III. “Böse Zungen” (ein Side-Project von Slash) behaupten, diese Spielfigur sehe Axls ehemaligem Bandkollegen zum Verwechseln ähnlich. Slash, der seit Jahren an schwerer Achselrose leidet, bezieht bisher zu dem gewichtigen Thema keine Stellung. Axl aber ist außer sicher: „Was zur $%&§§“%& Hölle hat ein…piep…Gitarrist in diesem…piep… Spiel …piep…zu suchen? Piep!“
Verständlicherweise drängt der genasführte Feuerkopf auf einen Schadensersatz. „20 Millionen Dollar und Schwamm drüber“, zeigt sich der abgeklärte Altrocker großzügig.
Warum er sich erst drei Jahre nach Erscheinen des Spiels meldet, kommentieren Rose-Experten mit dem Hinweis auf einen wirklich schlimmen Kater des Musikers.
Jetzt ist der sympathische Sänger zum Glück wieder fit und will gleich neue „piepgeile“ Projekte in Angriff nehmen. Ganz oben auf Axls cooler To-do-Liste: Eine Klage gegen Facebook. „Diese…piieeeep….haben das Wort „Face“ aus meinem Song „Sweet Child O’ mine“ geklaut und sich die Rechte daran schützen lassen!“, zeigt der Star Zähne. That’s Rock n Roll!
Publiziert:
25. November 2010
Verfasst von:
Anselm Neft
Tags:
Kommentare:
Kommentar schreiben
Längst hat Facebook mit einem grandiosen Bauernhofspiel und über 10 Millionen Mitgliedern MySpace (rund 4 Millionen deutsche Profile) in seiner Relevanz als asoziales Netzwerk abgelöst. Doch nun bläst das Unternehmen der News Corporation zum größten Gegenangriff in seiner Geschichte.
Diesen Donnerstag läuft mit “The Social Network” ein Film über Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in den Kinos an und setzt den nicht nur in Deutschland abgeschlagenen Konkurrenten MySpace unter zusätzlichen Druck. Wie von Insidern lange erwartet, kündigt Rupert Murdoch (CEO der News Corporation) nun einen gewaltigen Marketingfeldzug an, bei dem Facebook “das Essen aus dem Gesicht fallen” werde. Zunächst ist ein Film unter der Regie von Steven Spielberg geplant. Das schlicht “Tom” betitelte Opus soll die Lebensgeschichte von Myspace-Gründer Thomas Anderson in eindringlichen Bildern erzählen. Vom verpickelten Teenager (Daniel Brühl), über den einsamen aber pfiffigen Studenten (Leonardo di Caprio), bis zu einem Mann (Charlotte Harfouche), der sich jedem Myspace-User als erster und manchmal einziger Freund anbiedert – der Blogbuster will sich allen wichtigen Stationen dieser gewöhnlichen Persönlichkeit widmen, die heute immerhin 11.985859 – [Nachtrag der Redaktion: 11.985860, halt 11.985856] – Freunde auf ihrem Profil versammelt. Ein Spiel zum Film, ein Buch zum Spiel, ein Hörbuch zum Buch und ein Fanschal zum Hörbuch sind bereits in Planung. „Facebook hat uns bloß wegen dieser kindischen Chuck Norris Witze“ abgesetzt, wettert Murdoch im Telefoninterview. „Und weil die gesamte von mir gelöschte Atheisten- und Anti-Bush-Guerilla dahin abgewandert ist. Facebook kennt halt keine Werte.“ Eine Wertediskussion aber soll MySpace nach dem erwarteten Erfolg von “Tom” ganz nach vorne bringen. Führende deutsche Intellektuelle springen Murdoch bereits jetzt zur Seite. Sprachwahrer Bastian Sick empfiehlt die deutschen Profile „MeinRaum“ zu nennen und weiß “Ein Volk ohne Raum ist wie ein Netzwerk ohne Playlists, entschuldigung, Liederabspielreihenfolgen”. Während Papst Benedikt XVI. das Geschehen gewohnt souverän kommentiert (“Lirum, larum, Löffelstiel!”), arbeitet One-Man-Think-Tank Thilo Sarrazin an einem verheißungsvollen Konzept: Muslimische Migranten mit einem IQ unter 105,78 oder einem Bruttojahreseinkommen unter 40.000 Euro sollen “in den virtuellen Raum ausgelagert werden, in dem sie sich irgendwie als Fake-Profile nützlichen machen können. Zum Beispiel, indem sie deutsche Jugendliche zu Fleiß, Gehorsam und Pünktlichkeit motivieren, damit die dann auf einem nicht existierenden Arbeitsmarkt…, Sie wissen schon.” Konkreteres wollte der ehemalige Finanzsenator noch nicht verraten. Den größten Knaller verspricht Murdoch jedoch für Sommer 2012. Dann nämlich soll MySpace_Live gelaunched werden; eine vollständig überarbeitete Version, die ganz ohne Internet und Computer auskommt. Startschuss wird eine Eventeinladung durch Tom sein, der in allen größeren Städten von Haus zu Haus geht, klingelt und zu einer „supercoolen Show“ einlädt. Andere Mitarbeiter sprühen unterdessen Bulletins oder Kommentare an Gebäudewände im öffentlichen Raum. „Am Ende“, so Murdoch, „springen alle fröhlich umeinander und halten sich gegenseitig grellbunte Schilder mit ihren Bands, Büchern, Titten oder Stimmungs-Emotikons vor die Nase.“ Der Kampf zwischen Facebook und MySpace ist also noch nicht entschieden. Zwei Konzernbosse finden das gut. Daumen hoch!
Publiziert:
4. Oktober 2010
Verfasst von:
Anselm Neft
Tags:
Kommentare:
Kommentar schreiben