Bei der plötzlich das Land verheerenden Affenhitze (a.k.a. Sommer) kann sich ja eh kein Schwein länger als 10 Sekunden konzertieren…äh…konzen…dingsbums. Daher das Wichtigste aus der IT-Welt in aller gebotenen Kürze.
Dank Piraterie kostenlos auf Zombies ballern: Spielehersteller Madfinger Games kapituliert vor „gigantischem Piraterieanteil“ und gibt das erfrischende Zombie-Schieß-Spiel „Dead Trigger“ kostenlos an die weitgehend asoziale Bevölkerung. Vorher kostete das Free-to-play-Game 99 Cent, die man Spieleentwicklern allerdings nicht gönnen sollte, haben diese doch ohnehin ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sparfüchse verweisen auch darauf, dass sich dank des offenen Google-Betriebssystem per Dateimanager kinderleicht apk.Dateien versenden lassen, während die Android-Bezahlmodalitäten eher sperrig erscheinen.
AC/DC in iranischen Atomanlagen: Der leitende F-Secure-Sicherheitsforscher Mikko Hypponen erhielt am Wochenende Mails eines Wissenschaftlers des iranischen Atomprogramms. Darin wird ein ungewöhnlicher Hackerangriff geschildert. Zwei Atomanalgen in Natanz und Nasing seien durch Schadsoftware abgeschaltet worden, während mehrere Workstations das Lied „Thunderstruck“ von AC/DC abspielten. Die GEMA, die iranische Atomanlagen aufgrund der Siemens-Hardware wie deutsche Clubs abrechnet, erwartet eine Gebühr in Millionenhöhe.
Bayern atmet auf: Der vermeintliche Killeralligator in einem Badesee im bayrischen Schwandorf bei Sommerloch schien zunächst ein Biber, dann eine handzahme Bartagame, entpuppte sich zuletzt aber als weitgehend käferfreier Berglöwe. Damit festigt das sympathische Mir-san-mir-Bundeslandes seine Rating-Bestnote, die zuletzt von Moody’s in Frage gestellt worden war.
WordPress-Bug löscht und manifestiert Kommata: Die aktuellste Version (3.4 „Green“) des beliebten Weblog Systems WordPress enthält offenbar einen Bug. In zahlreichen Weblogs verschwanden Kommata um an anderen völlig unpassenden, Stellen wieder, aufzutauchen. Experten konnten ermitteln dass das Gesamtvolumen der nützlichen Satzzeichen, dabei insgesamt immer gleich bliebe. Als besonders verstörende Beispiele nannte ein WordPress-Sprecher die international populären Blogs „Trudichen – die Seite über das Leben“ und „Planet tarent“.
Publiziert:
26. Juli 2012
Verfasst von:
Anselm Neft
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Der internationale Verbund der Groß-Anleger (VGA) hat sich für eine deutliche Erhöhung der IT-Sicherheit an Finanzinstituten ausgesprochen. Laut dem Verbands-Vorsitzenden Jonathan Chrematistos-Bilderberg seien die jüngsten Skandale um den manipulierten Libor-Zins und die Ermittlungen gegen Tausende von Credit Suisse Kunden deutliche Hinweise auf einen zu laxen Umgang der Branche mit sensiblen Daten.
„Wie kann es sein, dass Tausende von Kundendaten auf einer einzigen CD sind?“, fragt Chrematistos-Bilderberg mit stechendem Blick. „Und wie kann es sein, dass ein einziger Mitarbeiter all diese Daten besitzt und aus Versehen an das deutsche Finanzministerium weitersenden kann? Wo sind denn da die Kontrollmechanismen?“
Empört zeigt sich auch Thomas Nazigöldli, ein Sprecher der Credit Suisse. Man habe im September 2011 einen Deal mit den deutschen Behörden geschlossen. Danach seien 150 Millionen Euro an NRW geflossen, damit die Staatsanwaltschaft Düsseldorf die Verfahren gegen Credit Suisse Mitarbeiter wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung einstelle. Das sei doch ein hübsches Sümmchen, das länger als ein Dreivierteljahr halten sollte. Aber offenbar hätte man das Geld besser in eine solide Strategie zur IT-Sicherheit investieren sollen. Dem kann Chrematistos-Bilderberg nur zustimmen: „Durch die Schludrigkeiten der CS werden 7000 wackere Steuerrebellen schwer geschädigt. So etwas gehört bestraft!“
Weltweit beklagen Anleger die suboptimalen Sicherheitsvorkehrungen der großen Geldhäuser. „Ist es etwa zu viel verlangt“, so ein anonym bleiben wollender US-Milliardär, „dass eine Software heraus liest, wann faule Kredite einem Großkunden wie mir auf die Füße fallen? Soll ich etwa die Zeche für ein Schneeballsystem zahlen, durch das mir eine Riesenrendite versprochen wurde?“
Auch die grundsolide Barclays Bank und die völlig neutral arbeitenden privatwirtschaftlichen Ratingagenturen besitzen laut Expertenmeinung kein zeitgemäßes IT-Sicherheitskonzept. Bei Barclays und offensichtlich auch einigen anderen Finanzinstituten konnten anarchistische Hacker aufgrund gravierender Serverlücken (Windows Server 2008 R2) den im Interbankenhandel gültigen Libor-Zinssatz manipulieren und damit Barclays-Chef Bob Diamond zum Rücktritt und den Verzicht auf eine Bonuszahlung von 20 Millionen Pfund nötigen.
Bei den Ratingagenturen Moody’s und Standard & Poor’s wurden neben Stimmungsschwankungen der IT-Fachkräfte auch armselige Standards zum Beispiel im Identity- and Acessmanagement (kein OSIAM) identifiziert. Als Konsequenz stufte sich bereits letzte Woche Moody’s selbst von Aaa auf Pippikacka herunter.
Publiziert:
12. Juli 2012
Verfasst von:
Anselm Neft
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Wissenschaftlerinnen und -schaftlern des europäischen Kernforschungszentrums CERN ist womöglich der Nachweis eines neuen Elementarteilchens gelungen. Ob es sich dabei um das seit Jahrzehnten gesuchte Higgs-Boson handelt, dessen Existenz das Standardmodell der Teilchenphysik weiter erhärten würde, ist noch nicht geklärt. Die Freude in der Physiker-Community wird jedoch überschattet von einer Medienkampagne, die das Elementarteilchen zum „Gottesteilchen“ ausruft.
„Jedes Mal, wenn jemand Gottesteilchen sagt oder schreibt, stirbt das Kätzchen eines Wissenschaftlers“, demonstriert Prof. Louis von Lepton vom IGITT (Ingolstädter Großprojekt für die Interpretation theoretischer Teilchen) ein nüchternes Denken in Kausalzusammenhängen. Im gleichen Moment ertönt im Nebenzimmer ein finales Maunzen: Kitty, die Katze der Putzfrau stirbt.
„Gut“, korrigiert sich von Lepton, „es kann auch andere Katzen treffen.“
Während in deutschen Backfilialen erste „Gottesteilchen“ in den Auslagen liegen und die BILD titelt „Jetzt sind wir alle Gottes Teilchen“, schütteln von Lepton und seine Kollegen über die unverantwortliche Berichterstattung den Kopf. In seinem Blog „Religion ist doof“ bringt es Heiko Hadron auf den Punkt: „Da wird ein ganz falsches Bild erzeugt. Religion hat in den Naturwissenschaften nichts zu suchen.“ Ihm zufolge geht der verzerrende Begriff auf den US-amerikanischen Physiker Leon M. Lederman zurück, dessen „the goddamn particle“ vom Houghton Mifflin Verlag zu einem sensationsheischenden „the god particle“ umgedichtet wurde.
Auch am CERN ist man sauer: „Erst heißt es, wir beschwören die Apokalypse herauf. Jetzt beweisen wir die Existenz Gottes“, echauffiert sich Prof. Claire Gluon. „Dabei ist es für die Christen doch unabdingbar, dass Gott einen freien Willen hat. Und wenn Elementarteilchen einen freien Willen hätten – dann gute Nacht!“
Aus den USA hagelt es ebenfalls Proteste. So erklärten Forscherinnen und Forscher des seit Januar 2011 abgeschalteten Tevatron-Beschleunigers bei Chicago: „Nicht nur der Begriff ist völlig unwissenschaftlich. Auch die Euphorie ist bei einer Wahrscheinlichkeit von 4.9 Sigma unangebracht. 5.0 wäre was anderes. Aber 4.9? Das ist für die Forschung gerade mal ein Quantensprung.“
Publiziert:
5. Juli 2012
Verfasst von:
Anselm Neft
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