* Eigentlich heißen wir Chaotic Nerd News, aber ein amerikanischer Fernsehsender hatte etwas dagegen.

Das Android-Smartphone Galaxy S3 im ganzheitlichen KNN-Test

Schon viel wurde über das seit gestern offiziell erhältliche Samsung-Smartphone geschrieben. Vor allem über die großen Fragen, die seit Wochen die Gesellschaft spalten: Sind 4,8 Zoll Bildschirmdiagonale toll oder blöd? Sollte das S3 nicht per Stift bedienbar sein? Ist Sprachsteuerung über einen Server sicher? Wieviel ist 63 mal Sex mit 90? Und ganz wichtig: Ist das Galaxy S3 besser als das iPhone 4s?  Dabei sind einige Eigenschaften des Galaxy S3 gänzlich unbeachtet geblieben. KNN schafft mit seinem ganzheitlichen Test Abhilfe.

 

Optik: Hierzu wurde schon viel geschrieben. Daher soll nur eine kleine Anmerkung zur Heise-Berichterstattung gemacht werden. Auf dem renommierten IT-Blog steht zu lesen, dass das Super-AMOLED-Display des Galaxy S3 vor allem ein sehr sattes Grün zeigt. Aber: „Beim Blick von der Seite verblasst das Grün“. Hier muss ergänzt werden, dass beim Blick im Kopfstand oder von der Decke baumelnd, das Grün verschwimmt und teilweise bläulich schillert. Ab einer 90-Gradwendung des Kopfes wird das Grün sogar zunehmend schwerer erkennbar und verblasst schließlich ganz.

Olfaktorik: Das Galaxy S3 verströmt kurz nach dem Auspacken zunächst ein Bukett von brennendem Plastik an Buttersäure mit einer Nuance Weißweinatem („Hauch des Brüderle“). Nach wenigen Tagen verfliegt diese spezielle Geruchsmischung und weicht am Display einer Blume nach mariniertem Stubenküken und am Gehäuse einer Blumen-Blume (Dritte-Welt- Schnittblumen zum Verhungerlohn). Reibt man das Galaxy S3 mit eigenen Körpersekreten ein, so werden diese tagelang gespeichert und mit einer Zimtnote veredelt. In diesem Punkt hat jedoch das iPhone 4s die Nase vorn: Einmal eingerieben riecht das ansonsten völlig geruchlose Material monatelang nach seinem Nutzer.

Akustik: Sowohl Radio als auch Mp3-Player klingen durch das beigelegte Headset angenehm voll. Die Bässe sind kräftig, die Höhen klar. Das hauchende S-Voice-Sprachtool wurde von manchen Testerinnen und Testern als “latent obszön” bezeichnet. Auch irritierte es manche Nutzerinnen und Nutzer, dass das Smartphone bei Streichelbewegungen auf dem Display gelegentlich stöhnt.

Geschmack: Ohne Zutaten schmeckt das Galaxy S3 wesentlich besser als das iPhone 4s. Im Schlecktest zeigte sich das Appleprodukt jedoch als überlegen, da es angenehm nach nichts schmeckte, während das S3 auf der Zunge ein unschönes Prickeln hinterließ.

Haptik:  Ab einer Handflächendiagonalen von 6,3 Zoll liegt das Galaxy S3 gut in der Hand. Für kleinere Hände eignet es sich hervorragend als Tablett mit Telefonfunktion oder als Ersatz für chinesische Entspannungskugeln. Die neue, verbesserte Fingerbedienung reagiert auch auf die Wischbewegungen von Parkinsonerkrankten, hin und wieder auch in der gewünschten Weise. Beim Einführen in den Anus zeigen sich die Kanten angenehm abgerundet und das Display erfrischend kühl. Dennoch dürfte die Gesamtgröße des Gerätes hier auch für großproportionierte und erfahrene Nutzer eine Herausforderung darstellen. Die Aussage von Heise – „das S3 lässt sich in jeder Situation butterweich bedienen“ – muss an dieser Stelle mit einem Fragezeichen versehen werden. Weitere Situationen, die ein butterweiches Bedienen erschweren könnten, werden noch experimentell nachgestellt.

Fazit: Alles in allem ist das Galaxy S3 ein tolles Smartphone auf der Höhe der Zeit, mit dem sich eindrucksvoll die individuelle Note des Nutzers unterstreichen lässt.

Endlich: Autos, die dich wirklich verstehen!

Ab Mitte diesen Jahres soll mit Dragon Drive! Auto-Herstellern ein nicht auf spezielle Kommandos festgelegtes Spracherkennungssystem zur Verfügung gestellt werden. Laut Heise will der US- Sprachspezialist Nuance damit neuen Automodellen zu einem „intelligenten Sprachverstehen“ – also einem verstehenden Sprachverstehen – verhelfen.  Einem smarten Schwätzchen mit der eigenen Karre steht somit bald nichts mehr im Wege. 

„Die Hände auf dem Lenkrad, die Augen auf der Straße“, so wirbt Nuance für sein neues Sprachsystem. Abgesehen davon, dass manche ihr Lenkrad lieber seitlich halten und Augen auf der Straße blöde Zermatschgeräusche machen, wenn sie überfahren werden, wird hier bereits das Wichtigste ausgedrückt: In naher Zukunft kann man sich mit seinem Auto unterhalten, ohne dabei aufs Fahren verzichten zu müssen. Alle, die so wichtig sind, dass sie auch auf Autofahrten SMS und Emails lesen und versenden müssen, können in Zukunft dem Dragon Drive! Nachrichten diktieren oder sich diese von ihm vorlesen lassen. Und statt mit einer Hand am CD-Wechsler herumzufuchteln, sagt man schon bald einfach „Die neue Ärzte, Track 4“ und schon bekommt man die vier günstigsten Chiropraktiker im Umkreis von 15 Kilometern aufgezählt. Auch auf die Frage nach einem italienischen Restaurant gibt das mit einer speziellen Mikrofonphalanx gelieferte System gerne Auskunft. Lästige, in Broschüren raschelnde Beifahrer könnten somit bald der Vergangenheit angehören.

Unter Experten gilt Dragon Drive! vor allem als guter Zuhörer: Heldengeschichten, halbgebildete Ausführungen aus sämtlichen Sach- und Lachgebieten sowie selbstmitleidige Lebensbeichten nimmt Dragon Drive! mit großem Einfühlungsvermögen zur Kenntnis und quatscht nicht unsensibel dazwischen. So kann man sich in Zukunft auch das Mitnehmen der letzten Tramper sparen.

Kern der Spracherkennungslösung ist die PC-Diktiersoftware Dragon Dictate. Wie beim iPhone-Sprachassistenten Siri findet die Spracherkennung auf einem Server statt. So steht zum einen mehr als genug Rechenkapazität  für die Interpretation natürlichsprachlicher Eingaben zur Verfügung, zum anderen ist garantiert, dass man die eigene Laberei nicht ganz privat verwalten muss, sondern kompetent betreuten US-Servern anvertrauen darf.

Zunächst wird Dragon Drive! in sechs Sprachen angeboten: Englisch, Deutsch, Rätoromanisch, C++, Kölsch und Gangsterrap. Weitere Sprachen und eine  „Knight Rider“ Sonderedition sind in Vorbereitung. Gerüchten zufolge soll ab Januar 2013 auch eine Beschimpfungsapp erhältlich sein, die phantasielosen Autobahncholerikern mit originellen Kraftausdrücken – „meinten Sie Holländer?“ – auf die Sprünge hilft.

Spaß im Mai: Iron Sky

Am heutigen Feiertag (sei er für Väter oder in den Himmel gefahrene Söhne) will KNN einmal das garstige Handwerk der Satire ruhen lassen und – wenn auch reichlich spät – einen Film empfehlen: Iron Sky vom finnischen Regisseur Timo Vuorensola, der bereits mit  grundsolidem Star-Trek-Quatsch auf sich aufmerksam machte. Für den aktuellen Film banden Vuorensola und sein Team von Anfang an ihre Internet-Community stark ein. So unterstützen Fans die Drehbuchautorin Johanna Sinisalo mit Ideen, erhielten Einblicke in die Produktion und konnten als Statisten mitwirken. Von den rund 7,5 Millionen Euro Produktionskosten stammt fast eine Million aus Crowdfunding. Auch wenn Iron Sky nicht ganz der herausragende Geek-Trash geworden ist, denn sich manche erhofft haben: Es gibt mindestens zehn gute Gründe den Film zu sehen.

 

 

1. Iron Sky hat, was den zehnmal teureren Hollywoodblockbustern heutzutage oft fehlt: Gemütliches Erzähltempo, liebevolles Drehbuch, Spezialeffekte, die nicht nerven. Und Udo Kier!

 

2. Die anderen Darsteller sind auch nicht von Pappe.

 

3. Die Musik von Laibach.

 

4. Daniel Erk schreibt in DIE ZEIT der Film sei „langweilig, platt und mutlos“. Und wer die Trefferqoute der ZEIT-Filmkritiken kennt, weiß, dass das eine Empfehlung für Iron Sky ist.

 

5. Die „Götterdämmerung“ der Mondnazis ist noch geiler als der Todesstern.

 

6. Die New York Szenen wurden in Frankfurt am Main gedreht.

 

7. Wir erfahren, dass wir unser Bild der US-Regierung auch 2018 nicht korrigieren müssen.

 

8. Obendrein erfahren wir endlich, wofür es gut war, alle Teile von Wing Commander durchzuspielen.

 

9. „Das ist doch ne Anspielung auf…“-Nerds bekommen reichlich zu tun.

 

10. Noch nie klang der Satz „Ich bin selber Nazi“ so charmant und lustig.

Auch das noch: Das Internet wird langsamer!

Laut „State of the Internet“, dem Vierteljahrs-Bericht des US-amerikanischen Providers Akamai Technologies Inc., hat der weltweite Datendurchsatz im Internet im Vergleich zum vorherigen Quartal um 14% abgenommen. Langsamere mobile Netzverbindungen wurden dabei herausgerechnet und scheiden somit als Begründung aus. Nun denkt die Fachwelt über Ursachen und Lösungen nach. KNN nennt die seriösten Vorschläge.

  1. Facebook abschalten.
  2. Porn free day einführen.
  3. Bufferbloatman und seine Megaupload-Waffe zum Einsatz bringen.
  4. Youtube-Regelungen: Bei youtube darf (ansprechende Qualität vorausgesetzt), das gleiche Video/der gleiche Song nur EINMAL hochgeladen werden. Das Verfassen von Kommentaren zu bzw. über Justin Bieber wird weltweit mit mindestens zwei Jahren Gefängnis bestraft.
  5. Alle Daumen-hoch/runter- und Gefällt-mir-Buttons abschaffen.
  6. Auch wenn es Bürgerkriege gibt: WoW und FIFA 12 abschalten. Und Skype.
  7. Den Netzführerschein einführen: Surfen darf nur noch, wer Grundkenntnisse nachweisen und z.B. NoScript anwenden kann.
  8. Überwachungs-, Protokollier-  und Filtermaßnahmen nur noch von Piraten programmieren lassen…
  9. Kostenpflicht für Streaming-Späße.
  10.  Windige Firmen wie Akamai verstaatlichen.
  11. Internetzugang nur noch für Erstweltländer und dort nur für Akademiker und deren Kinder.
  12. Ein kleiner, grünbemützter Junge führt einen Kaltstart des Hauptrouters durch.
  13. Die Links in diesem Artikel nicht anklicken.

 

 

 

 


Brutaler Datenschützer triumphiert über Polizisten – Deutschland auf dem Weg in den Unrechtsstaat?

Zwei Polizeibeamte, die sich im September 2009 auf der Datenschützer-Demo „Freiheit statt Angst“ heldenhaft gegen einen bewaffneten Berserker zur Wehr setzten, sind nun von einem Berliner Gericht zu je 6000 Euro Bußgeld verurteilt worden. Zwar ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, aber es steht zu befürchten, dass auch in unserem Rechtsstaat ukrainische Verhältnisse salonfähig werden. Mutige Politiker bekennen Flagge.

„Von deutschem Boden darf nie wieder eine EM ausgehen“, donnert Menschenrechtler Sigmar Gabriel (SPD), als er von dem Justizskandal erfährt. Im Amtsgericht Berlin-Tiergarten hatte am Montag eine offensichtlich von der Datenschutzmafia geschmierte Richterin zwei unschuldige Polizeibeamte zu hohen Geldstrafen verdonnert. Christian Lindner (FDP) stimmt seinem politischen Rivalen zu: „Zwar ist das Urteil nicht so drastisch wie im kommunistischen Unrechtssystem Ukraine, aber die Signalwirkung dürfen wir nicht unterschätzen.“ Auch Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) hatte zu den Vorfällen schneller eine Meinung als ein gewöhnlicher Mensch einen klaren Gedanken fassen kann: „Jetzt sind wir alle ein bisschen Ukraine!“

Anders als im Falle der adretten Milliardärin Julia Timoschenko dokumentiert die per Mobiltelefon gefilmte Auseinandersetzung eindrücklich das Geschehen am 12. September 2009: Ein blaugewandter Demo-Hüne nähert sich einem versprengten Haufen bibbernder Beamter mit einer unförmigen Stahlwaffe, an der zwei bedrohliche Räder kreisen. Als die Aufmerksamkeit des heimtückischen Datenschützers kurz nachlässt, greift ein Polizist mutig ein und zerrt den Aggressor zur Seite, wo er zufällig in die nervös zuckende Faust eines anderen Polizisten fällt und zu Boden geht. Sofort scharen sich hilfsbereite Polizeibeamte um den Liegenden, wollen ihm aufhelfen, was aber nicht gelingen will, weil der ungeschickte Berserker immer wieder gegen irgendwelche fremden Körperteile stößt. Den Polizisten hier aufgrund einer „gemeinschaftlichen Begehungsweise“ eine schwere Körperverletzung anzuhängen, wäre absurd. Genau das aber hat die Anklage versucht. Zwar ist sie damit gescheitert, doch die von der Dauer des Verfahrens schwer traumatisierten Polizisten, die der verstockten Richterin bis zum Schluss die Richtigkeit ihres Verhaltens und die Täterschaft des Waffen-Hünen begreiflich machen wollten, wurden immerhin für eine „einfache Körperverletzung im Amt“ verurteilt.

„Quo vadis Rechtsstaat?“, fragen sich nun gestandene Freiheitskämpfer wie Bundespräsident Gauck. Und: „Müssen wir uns jetzt selbst boykottieren?“, räsoniert Außenminister Guido Westerwelle und fügt nachdenklich hinzu: „Wenn Polizisten das Gewaltmonopol des Staates nicht mehr voll ausschöpfen können – was kommt als nächstes? Dass eine schöne Frau, die sich friedlich auf Kosten der Bevölkerung bereichert,  ins Gefängnis muss? In ein Gefängnis, in dem man sie mit Hungerstreik und dem Gestümper eines Arztes von der berüchtigten Berliner Charité foltert?”

Klare Kante in beiden Fällen zeigt US-Außenpräsidentin Hystery Clinton: „Eine Frau, der medizinische Hilfe verweigert wird, indem man sie zum Krankenhausbesuch zwingen will, braucht wirklich jede Unterstützung. Und den verurteilten deutschen Demohelden biete ich Jobs in einem unserer Black Site – Gefängnisse an. Da wird solide Polizeiarbeit noch gewürdigt.“