* Eigentlich heißen wir Chaotic Nerd News, aber ein amerikanischer Fernsehsender hatte etwas dagegen.

„Das wird man doch wohl noch sagen dürfen“ – Stimmen zu den Morden des Anders B. Breivik

Das Gemetzel in Oslo erschüttert die
westliche Welt. Während man sich
in Ostafrika von den über 90 Toten
nur mäßig betroffen zeigt, über-
bieten sich in Europa und den USA
große Männer und Frauen, wenn
es darum geht, die richtigen Worte
zu den falschen Taten zu finden.
KNN präsentiert und interpretiert
einige ausgesuchte Äußerungen.

Papst Benedikt XVI hat die Anschläge in Norwegen als “Akte sinnloser Gewalt” verurteilt. Als Oberhaupt der katholischen Kirche habe er nur für sinnvolle Gewalt Verständnis.

Barack Obama rief zu einer stärkeren Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror auf. „Es ist eine Mahnung, dass die gesamte internationale Gemeinschaft dazu beitragen muss, dass solch ein Terrorakt nicht passiert“, sagte Obama in Washington. Im erdölreichen Norwegen wächst seitdem die Sorge vor einer Anti-Terror-Hilfe aus Übersee.

Angela Merkel verurteilte die Morde scharf. Die Morde zeigten sich darüber tief geknickt.

Sigmar Gabriel (SPD-Radaubruder): „Auch wenn die genauen Hintergründe der Tat zu dieser Stunde noch unklar sind, verurteilen wir den kaltblütigen Anschlag auf junge Menschen…“ Potzblitz: Heißsporn Gabriel verurteilte die Ermordung von Jugendlichen bereits zu einem Zeitpunkt, zu dem „wir“ noch gar nicht wussten, ob es nicht vielleicht doch irgendwie voll gut nachvollziehbare Gründe dafür gab.

Geert Wilders (Freiheitskämpfer) nannte den Täter einen „gewalttätigen und kranken Psychopathen“, womit er Breivik von den gesunden Psychopathen unterscheidet, die vielleicht zufällig vergleichbaren Verschwörungstheorien anhängen.

“Kewil” (Islamexperte) in politically incorrect (Blog zur Völkerverständigung):

22. Juli: „Warum bombt Islam ausgerechnet in Oslo?
23. Juli: „Es könnte sich um einen Wirrkopf handeln.“ (Vermutlich hatte der gesamte Islam gerade keine Zeit.)
23. Juli „Was er schreibt sind großenteils Dinge, die auch in diesem Forum [pi-news] stehen könnten.
24. Juli (diesmal „Frank Furter“): „Und wie im Falle der jüngsten Katastrophe in Japan ist davon auszugehen, dass die politische Linke, allen voran in Deutschland, nicht zögern wird, das traurige Ereignis für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.“ Eine berechtigte Sorge. Hoffentlich schaut sich die „politische Linke“ (nicht zu verwechseln mit der unpolitischen Linken), also diese geeinte Macht aus linksliberal grünen antideutsch-autonomen Rotfront-Anarcho-Gutmensch-Mainstream-Qualitätspresse-Femokratie-Kulturmarxisten-Musels, diese Strategie nicht von irgendwem ab, der ein ganzes Web-Log darauf aufbaut.

Udo Ulfkotte (Untergangsexperte, gescheitelte Existenz und Autor von Büchern wie „SOS Abendland“, „Europa vor dem Crash“, „Vorsicht Bürgerkrieg“, „Der Krieg in unseren Städten“ oder „Heiliger Krieg in Europa“): „Wie kommt dieser Verrückte darauf, dass wir uns in einem kriegsähnlichen Zuständen befinden?“

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Anmerkung: Die kursiv gesetzten Stellen sind tatsächliche Zitate. Die Äußerung Udo Ulfkottes ist rein fiktiv.

Schock in China: Sack Reis fällt um

In der Nacht auf vergangenen Mittwoch fiel um 24.20 Uhr Ortszeit bei Guangzhou in der südchinesischen Provinz Guangdong ein 25 kg schwerer Sack mit domestiziertem Reis um. Ohrenzeugen zufolge hat der in der Lagerhalle „Ost“ der Firma Guangzhou Yotoo Import & Export Co., Ltd aufgestellte Sack bereits gegen Mitternacht ein eigentümliches, wenn auch sehr leises Geräusch verursacht. Regelrecht umgefallen sei er jedoch erst rund zwanzig Minuten später. Vorabeiterin Chen Bao gibt zu, das Geräusch durchaus als ungewöhnlich eingestuft, dann aber mit dem „Marsch der Freiwilligen“ überpfiffen zu haben. Als der Sack von der Horizontalen in die Vertikale gestürzt sei, wäre es längst zu spät gewesen.

Chinesische Nounologen rätseln über die Eigenschaften des Reises, der offenbar ohne Außeneinwirkung seine Position verändert hat. Und das Stunden nachdem er in einem Sack zwischen andere Säcke gestellt worden war. Bürgermeister Wan Qingliang spricht von einem historischen Ereignis. Das Interesse in der Bevölkerung scheint hingegen äußerst gering zu sein. So hatten heute morgen von 100 befragten EinwohnerInnen der Stadt nur zwei von dem umgekippten Reis gehört. Allerdings entwickeln sich um den mysteriösen Sack bereits erste Verschwörungstheorien. So postete die Pekinger Informatikerin Fang Lan in ihrem populären Blog „See you“ [von zìyóu, chin. Freiheit], der Sack Reis sei genau zu dem Zeitpunkt umgefallen, zu dem Linux von Microsoft ein Gratulations-Video zum 20. Geburtstag  erhalten habe.

P.S.: Laut Insiderberichten und einem gerade bei KNN eingetroffenen Video soll Tux die geschenkte Geburtstagstorte an einer geeigneten Stelle platziert haben.

USA doch nicht pleite – Rating-Agentur gibt Software-Fehler zu

Mit 14,3 Billionen Dollar Staatsdefizit und einer Gesamtverschuldung von 91,6% des Brutto-Inlands-Produkts stehen die USA scheinbar vor dem Staatsbankrott. Ratingagenturen wie Standard und Poor’s wollen der Weltmacht künftig kein AAA Rating mehr geben, was Amerika in die Nähe chronischer Faulenzer-Staaten rücken würde. Nun aber hat mit Moody’s eine andere Ratingagentur einen Berechnungsfehler festgestellt. Ergebnis: Während Länder wie Irland und Griechenland wohl bald nach ihren Hauptgläubigern in Bill-Gates-Island oder Chinesisch-Hellas umbenannt werden, stehen die USA trotz aller Unkenrufe glänzend da.

„Irgendetwas an den 14,3 Billionen hat mich misstrauisch gemacht“, sagt Hank Fisher, Chief-Controller und Senior-State-Analyst bei Moody’s Analytics. „Immerhin sind die Amerikaner mehrheitlich ein fleißiges Volk und neigen nicht zu Dolce Vita und Sirtaki. In einem Land, in dem viele vor lauter Fleiß zwei oder drei Jobs haben, kann das Defizit doch nicht so groß sein.“

Fisher ist einer jener selbst sehr fleißigen Experten, die an das Gute im real existierenden Kapitalismus glauben. Da, wo Schulden und Zinslast den einen immer ärmer machen, so Fisher, machen sie den anderen zum Ausgleich auch immer reicher. Das Geld werde dabei unterm Strich mehr und könne dann netterweise an den Ärmeren verliehen werden, so dass alle was davon hätten. Fisher lobt in diesem Zusammenhang auch europäische Geschäftsmodelle: So könnten Privatbanken von der Europäischen Zentralbank Geld zu niedrigem Zinssatz leihen und an verschuldete Staaten zu hohem Zinssatz verleihen. So mehre sich langfristig der Wohlstand, zumindest für manche.

Von einer Krise des Kapitalismus will Fisher daher nichts wissen. „Es hungern heutzutage nur etwa eine Milliarde Menschen auf der Erde. Das ist noch nicht einmal jeder Sechste. Und mit fast 800 Milliardären und über 10 Millionen Millionären gibt es heute mehr wirklich Reiche als je zuvor in der faszinierenden Geschichte des Geldes. Fast ein Drittel davon in den USA.“

Da, wo so viel Reichtum ist, könne laut Fisher kein Staatsbankrott drohen. Deshalb hat der findige Finanzmann seine USA-Unterlagen noch einmal studiert und in der Powerpoint-Präsentation einer Kollegin den Fehler entdeckt. Die Risikomanagement-Software seiner Firma habe die 14,3 billion $ fälschlicherweise als Billionensumme in Gläubigerländer wie China und Japan und auch nach Europa kommuniziert. Dabei sei aus der amerikanischen Milliarde (109) eine Billion (1012) geworden. Dies sei dann wieder ans Weiße Haus gegangen und habe vor allem bei den Republikanern für ein großes „Hallo“ gesorgt.

Im Hinblick auf die Auswirkungen dieses Patzers hebt Fisher entschuldigend die Hände: „Bei so großen Summen können Zahlendreher und Rechenfehler schon mal vorkommen. In der Welt der globalen Finanzmärkte verliert man manchmal den Überblick.“

Was er verschuldeten Staaten empfiehlt? „Immer dafür sorgen, dass man nicht nur neue Schulden macht, sondern auch Kredite zu hohem Zinssatz gibt, notfalls, indem man dafür Schulden aufnimmt. Ich nenne es die monetäre Wertschöpfungskette. Und auf keinen Fall die Steuern für Reiche erhöhen“, rät Fisher. „Wenn ich Obama manchmal so reden höre, glaube ich, der hat den Kapitalismus noch nicht ganz verstanden.“

 

 

Nerds begeistert von Fußball-WM

Viele männliche Computerfreaks haben ein Frauenbild, das den Romanen von Max Frisch entstammen könnte: Das andere Geschlecht ist für den IT-Nerd nicht uninteressant, aber voller verwirrender bugs und letztlich unprogrammierbar. Um so interessanter ist das rege Interesse, dass die Fußball WM 2011 in weiten Kreisen von Computerexperten auslöst. KNN sprach mit Pascal Bläs, dem Gründer des Siegburger Computerclubs „Blasse Jungs“.  
 

KNN: Herr Bläs…

Pascal: Nenn mich ruhig Pascal.

KNN: Pascal, zunächst einmal – gibt es auch Frauen in eurem Club?

Pascal: Da muss ich nachdenken. Nein, nicht, dass ich wüsste. Frauen interessieren sich eben nicht richtig für Computer. Ihr Gehirn ist ja auch anders aufgebaut.

KNN: Laut meinen Recherche-Unterlagen sind aber eine Monika und eine Jasmin bei euch Mitglied.

Pascal: Ach, die Moni und die Jassi – die sind für uns echte Kumpels und Super-Programmierer. Als Frauen sehe ich die jetzt primär nicht.

KNN: Kommen wir zur Fußball-WM. Euer Club ist richtig begeistert und guckt alle Spiele. Wie kommt das?

Pascal: Das ist technisch hochinteressanter Fußball. 

KNN: Aber doch um einiges schlechter als bei den Herren, oder?

Pascal: Was für ein Vergleich. Das gibt es ja auch noch nicht so lange. Und es steckt viel weniger Zeit und Geld dahinter. Aber bei günstigen Bedingungen putzen solche Teams in ein paar Jahrzehnten jedes Herren-Team weg.

KNN: Eine interessante Ansicht, aber spielen die körperlichen Unterschiede nicht doch eine Rolle?

Pascal: Hardware wird überschätzt. Am Ende entscheidet die Software.

KNN: Eine schöne Metapher.

Pascal: Ich gebe zu: Die jetzigen Modelle fallen noch recht oft um und schießen auch zu häufig den Ball einfach nach vorne ins Nichts. Auch sind die Spiele sehr langsam. Das muss natürlich noch optimiert werden.

KNN: Zum Schluss – sollte Birgit Prinz im Viertelfinale wieder auf den Rasen?

Pascal: Wer ist Birgit Prinz?

KNN: Eine Top-Stürmerin der deutschen Frauen.

Pascal: Frauen? Frauen, die Fußball spielen? Lustig. Aber wir reden doch über die Roboter-WM in Istanbul, oder?

KNN: Wie bitte? Roboter, die Fußball spielen? Das ist doch völlig albern.

Pascal: Speziesist!

KNN: Herr Bläs, wir danken Ihnen für dieses Interview.