* Eigentlich heißen wir Chaotic Nerd News, aber ein amerikanischer Fernsehsender hatte etwas dagegen.
Zu Unrecht im Medienrummel untergegangen ist eine Umfrage der Free Software Foundation Europe (FSFE). Die gemeinnützige Organisation befragte sechs Parteien knapp vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinlandpfalz zu ihren Positionen in Hinblick auf offene Standards, Monopolbildungen oder Förderung freier Software. Trotz der wahlbedingten Aufregung, fielen die Antworten erstaunlich sachbezogen und fundiert aus.
Die CDU Rheinlandpfalz formulierte in einem kurzen Antwortschreiben, sie könne sich da nicht festlegen. Die Enthaltung sei aber nicht als Ablehnung zu verstehen. In Baden-Württemberg zeigte man sich beim Thema Patentlizenzen interessiert an einem Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg, möglicherweise aber auch an einem Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg oder gar einem Ein- bzw. Umstieg.
Die SPD wurde noch konkreter und antwortete aus Baden-Württemberg, es sei “wichtig, Baden-Württemberg fit zu machen für das digitale Zeitalter.”* Gerade das Internet sei dabei nicht zu unterschätzen und auch der sogenannten Software komme aus Sicht der Genossen eine immer größere Bedeutung in Privat- und Wirtschaftsleben zu. Aus Rheinlandpfalz hieß es: “Die Gesamtausgaben für Microsoft-Software in der Landesverwaltung betragen auf Grund äußerst günstiger Bezugskonditionen jährlich nur einen geringen Anteil des Gesamtbudgets für IKT.”*
Bündnis90/Grüne aus Rheinlandpfalz antworteten, dass sich bei Open Source Software Ökologie und Ökonomie durchaus bürgerfreundlich die Hand reichten. Denn freie Software sei “kostengünstiger, energiesparender und grundsätzlich sicherer.”* Laut dem Antwortschreiben der baden-württembergischen Grünen sei es “ein Hohn, dass es in einem freien Land noch immer unfreie Software” gebe. Man habe schon vor Jahren mit Amnesty International Schritte besprochen, die untragbare Situation der Software zu verbessern und denke mittlerweile verschärft über die Einsetzung einer Software-Gleichstellungsbeauftragten nach. Das Schreiben schließt so kämpfersich wie hoffnungsvoll: “Egal ob Burundi oder Ubuntu, Hauptsache Afrika!”
Die Linke in Rheinlandpfalz antwortete auf die Fragen der FSFE mit einem 120seitigen Essay. Die Linke in Baden-Württemberg legte sogar 145 Seiten vor. Die Auswertung der beiden Stellungnahmen dauert noch an. Ein Sprecher der FSFE gab bisher lediglich zu Protokoll, dass sich die beiden sehr theorielastigen Texte deutlich gegen die imperialistische Hegemonie eines hegemonialen Imperialismus‘ aussprächen, ansonsten aber in fast allen Punkten entgegengesetzter Meinung seien.
Die FDP beider Bundesländer antwortete knapp “Das soll der Markt regulieren.”*
Die NPD beider Bundesländer sprach sich gegen alle Waren aus, “die von englischsprachigen Firmen in deutsche Rechner gemischt” würden. Zusätzlich betonten die im Wortlaut identischen Schreiben: “Wir haben nichts gegen GNUs, finden ihren Anblick in der Savanne auch passend und sogar majestätisch.” Von solcher “landesfremden Exotik” in Deutschland distanziere man sich jedoch auf das Schärfste.
Anmerkung: Die mit einem * versehenen Aussagen sind nicht fiktiv.
Publiziert:
31. März 2011
Verfasst von:
Anselm Neft
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Cybermobbing ist auf dem Weg vom Nischen- zum Volkssport. Viele wollen mitmachen, aber nicht alle wissen wie. Diese Marktlücke versucht der kleine Münchner Dienstleister „Mobby Click“ zu schließen. Mit wachsendem Erfolg.
Sophia-Marie (13) fühlte sich monatelang ausgegrenzt: Die meisten in ihrer Klasse haben schon einmal einen anderen Teenager durch virtuelle Verhöhnung in die Psychiatrie gemobbt. Sie hingegen hatte bis vor Kurzem noch nicht einmal von der Homepage „isharegossip.com“ gehört. Dabei werden dort die wichtigen Themen ihrer Altersgenossen verhandelt: „Welches Mädchen der 8a bläst am Besten?“ lautet ein Thread, andere tragen Überschriften wie „Mohammed ist kein Prophet sondern ein gammeliges Stück Hundehoden“ oder „Wallah, isch knall deine Alte“. Sophia-Marie hat Schwierigkeiten, da mitzuhalten: „Immer habe ich diese dummen Schuldgefühle“, formuliert sie selbstkritisch. „Immer wieder tun mir Leute leid, die gerade fertig gemacht werden.“
„Manchen gehemmten und überempfindlichen Jugendlichen muss man klarmachen, dass es sich nur um Streiche handelt“, sagt Dick Schmitz, der 29jährige Geschäftsführer von „Mobby Click“. „Schwächere und Außenseiter fertig machen – das ist in dem Alter ganz normales Sozialverhalten. Im anonymen Netz können viele ihre Hemmungen Stück für Stück fallen lassen.“
Dank einer Schulung bei „Mobby Click“ hat Sophia-Marie schnell dazu gelernt. Neulich hat sie zum ersten Mal eine Klassenkameradin als „magersüchtiges Loch für Russenschwänze“ geoutet und sich damit online einigen Respekt und 233 nach oben zeigende Daumen erworben. Dick Schmitz ist jedoch noch nicht zufrieden: „Erst wenn das Mädchen auch mal nach oben austeilt und zum Beispiel den Alkoholismus ihrer Lehrer thematisiert, wird sich ihre Position im Klassenverband stabilisieren.“
Andere Jugendliche, so weiß Schmitz, sind zwar keinesfalls gehemmt, verfügen aber nicht über das nötige orthographische Knowhow oder die zündenden Ideen, um beim Cybermobbing effektiv mitzumachen. Ein “du hirnamputierter Vollspast” oder “deine Mutter klaut bei Kik” entfalte laut Schmitz seine Wirkung am Besten, wenn nicht zu viele Rechtschreibfehler gemacht würden. Das Herz seiner Agentur ist jedoch die Kreativ-Abteilung. Hier unterstützt der ehemalige Creative Art Director Mark Sprühnagel (46) Jugendliche dabei, wirkungsvoll zu dissen. Das Angebot reicht von einzelnen, originellen Schimpfworten (z.B. „Kackfass“ oder „Asylbewerber“) über Sprüche („Sind deine Eltern Chemiker? Siehst wie ein Versuch aus“, „Du bist so fett, da muss man dich in Mehl wälzen, um die feuchte Stelle zu finden“) bis zu ganzen Kampagnen (z.B. die Premium-Suicide-Campaign).
„Mittlerweile“, so Sprühnagel, „melden sich auch immer mehr Erwachsene. Mit der NPD Sachsen-Anhalt, der Deutschen Provinz der Jesuiten und dem Dachverband niedersächsischer KindergärtnerInnen haben wir sogar drei solvente Großkunden zu verzeichnen.“
Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis neue Mobbing-Dienstleister „Mobby Click“ Konkurrenz machen.
Publiziert:
24. März 2011
Verfasst von:
Anselm Neft
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Einmal wöchentlich treffen sie sich im evangelischen Gemeindezentrum Kassel-Nord: Fünf Menschen, die sich als kommentiersüchtig bezeichnen und einen Weg aus der Krankheit suchen. Ins Leben gerufen wurde die Gruppe, die sich am 12-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker orientiert, von Paul Postit (54), einem Gymnasiallehrer in Frührente. KNN sprach mit dem Pionier in Sachen Kommentiersucht.
KNN: Zunächst einmal – was versteht man unter kommentiersüchtig?
Postit: Den Zwang Kommentare im Internet zu lesen, zu verfassen, zu bewerten und zu kommentieren.
KNN: Ist dieser Zwang denn nicht auch ohne Internet denkbar?
Postit: Vier von uns haben mit Leserbriefen angefangen. Da aber die Chance, abgedruckt zu werden, gering ist, hält sich auch der Suchtfaktor in Grenzen. Auch kann man in diesem Fall ja nicht minütlich checken, ob es schon Reaktionen gibt.
KNN: Was ist an Kommentaren so suchterzeugend?
Postit: Kommentar, Meinung, Statement, Erläuterung, Ausführung – nennen Sie es, wie Sie wollen – immer geht es darum, etwas unvorstellbar Wichtiges mitzuteilen, etwas zu bewegen, die Demokratie und den Planeten zu retten. Auch um Verteidigung der eigenen, richtigen Position.
KNN: Sie meinen, es geht um Eitelkeit, Größenwahn und Rechthaberei?
Postit: Ja. Aber es entwickelt eine Eigendynamik. Bei mir fing es damit an, dass ich zu allen möglichen Themen Leserbriefe und später Online-Kommentare schrieb. Dann ließ sich meine Frau scheiden und ich stieg voll in das Thema “Feminismus” ein. Ich musste diesen Frauen erklären, dass sie sich da in etwas verrannt hatten. Dass es nicht zu leugnende biologische Unterschiede gibt. Dann kam ich durch das Thema “Kopftuch” auf “Islam”, einen besonders harten Stoff.
KNN: Wann merkten Sie, dass Sie süchtig sind?
Postit: Das war ein langwieriger Prozess. Schon als ich beim Sex mit meiner Frau ständig an Repliken auf andere Kommentare nachdachte, ahnte ich, dass mit mir etwas nicht stimmt. Aber ich habe es mir schön geredet. Noch 2-3 kleine Kommentare, dann gehst du ins Bett, habe ich mir gesagt. Und dann wurden es doch wieder 20 oder 30 bei sechs gleichzeitig geöffneten Browserfenstern: Focus, Süddeutsche, Spiegel, Welt – das ganze Programm. Als meine Frau dann ging, kommentierte ich die Aktion mit einem Daumen nach unten.
KNN: Aber da waren Sie noch immer nicht einsichtig.
Postit: Im Gegenteil. Dann ging es ja richtig los. Erst als ich die Beerdigung meines Sohn verpasst hatte, weil ich noch schnell meine Meinung zum Buch von Sarrazin gegen “Flowerpower69″, “Yasmina666″ und “Kanackenpower” verteidigen wollte. Da hat es irgendwie “klick” gemacht. Da konnte ich nicht mehr weiter.
KNN: Wie hoch schätzen Sie die Anzahl der Kommentiersüchtigen?
Postit: Grob geschätzt gibt es rund 50 schwere Kommentierer.
KNN: Das klingt nicht gerade nach viel.
Postit: Es reicht, um das Internet in ein Schlachtfeld zu verwandeln. Viele operieren ja unter Dutzenden von Nicknames. Ich kann sie aber mittlerweile alle zuordnen: Schreibstil, Orthographie, Meinungen – das funktioniert wie ein Fingerabdruck.
KNN: Wie sehen Sie die Zukunft?
Postit: Düster. Die Themen scheinen doch immer mehr extra auf uns Süchtige zugeschnitten zu sein: Guttenberg-Affäre, E10, Atomausstieg. Kein Wunder, dass immer mehr Gefährdete, ganz in die Sucht abgleiten. Schuld sind auch die Zeitungen selbst, die ganz gezielt Süchtige ansprechen, um ihre Klickzahlen zu erhöhen.
KNN: Haben Sie ein Beispiel?
Postit: Die Kolumnen auf Spiegel-Online. Wer bei Jakob Augsteins himmelschreienden Ausführungen nicht das Kommentarfeld aufruft, der tut es beim “schwarzen Kanal” von Jan Fleischhauer. Diese Leute sind Dealer der übelsten Sorte. Viele Suchtkranke behaupten übrigens, durch Henryk M. Broder angefixt worden zu sein.
KNN. Haben Sie noch eine gute Nachricht zum Schluss?
Postit: Bitte, fragen Sie mich doch nicht nach einer Nachricht. Herrgott, wie unsensibel.
KNN: Oh, ‘tschuldigung. Und Danke fürs Gespräch.
————
P.S.: Wer diesen Artikel kommentieren möchte, ist herzlich dazu eingeladen.
Publiziert:
17. März 2011
Verfasst von:
Anselm Neft
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Rund 100 Bonnerinnen und Bonner staunten am vergangenen Freitag nicht schlecht, als ein kostümierter Karl Theodor zu Guttenberg hinter dem Tresen des „Zeughaus“ im Bonner Musikerviertel zu Schlagern wie „Ich bin ene Räuber“ (De Höhner) schunkelte. KNN Reporter Neft war zufällig vor Ort und packte die GELegenheit für ein exklusives Interview beim Schopf.
Neft: Herr zu Guttenberg, Sie hier? Und dann noch so gutgelaunt. Wie kann das sein?
Guttenberg: Mir geht es prima. Alles läuft nach Plan. Tolle Verschwörung!
N.: Sie meinen die Verschwörung der linksradikalen Presse, die Ihre Diss gedisst hat und Sie in einer gewaltigen Kampagne…
G.: Iwo. Ich meine den CSU-Coup. Den Seehofer-Plan.
N.: Ich verstehe nicht.
G.: Hihi. Ich habe als Lichtgestalt zu sehr gestrahlt. Da wurde es Zeit für einen menschlichen Makel. Weniger Streber. Mehr Schlitzohr. Ein Angriff auf die Eierköpfe in ihren Elfenbeintürmen. Und dann die Reue. Das soll mir den Weg ebnen: Erst bayrischer Ministerpräsident. Dann Bundeskanzler.
N.: Aber Sie haben doch gar nicht bereut.
G.: Seehofer meinte, ich soll es halt schneidig rüberbringen und mit der Reue nicht übertreiben.
N.: Und Sie trauen Seehofer und seinem Plan?
G.: Wie? Sie meinen, der verfolgt andere Zwecke?
N.: Denkbar. Sagen Sie, wen stellen Sie in diesem Kostüm mit der umgeschnallten Tastatur eigentlich dar?
G.: GELmar Esel, einen mittelständischen Software-Unternehmer.
N.: Originell.
G.: Ja, und Steff… entschuldigung…Stephanie geht als Rakete. Allerdings erkennt das kaum einer, obwohl sie heute ziemlich abgeht. Hihi!
N.: Nächsten Donnerstag ist ja bei der Bundeswehr Großer Zapfenstreich für Sie. Was haben Sie da für Gefühle?
G.: Ich habe meist gute Gefühle, wenn mir der Zapfen gestrichen wird. Bruhaha. Aber unter uns: So groß ist er gar nicht.
N.: Aha. Ihnen scheint die Party ja zu gefallen.
G.: Jawoll! Tarent, Tarent – ming Lampe brennt! Prost! Ups. ‘tschuldigung.
N.: Macht nichts. Ich danke Ihnen für das…
G.: Nur könnten se langsam mal was von einer AC/DC-Coverband spielen. Dirty deeds done dirt cheap, oder so. Rülps.
Publiziert:
10. März 2011
Verfasst von:
Anselm Neft
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Liebe Kinder,
das, das ist die Frau von der Leyen, und das da, das ist die Frau zu Guttenberg. Die zwei sind ganz oft im Fernsehen und in der Zeitung. Deshalb nennen wir sie einfach Ursula und Stephanie. Schaut sie euch gut an, die netten Frauen. Sie sehen ein bisschen aus wie die gute Königin und die schöne Fee aus dem Märchenbuch. Und sie sagen, sie schützen Kinder vor dem Bösen. Sie sagen auch: Heutzutage kommt das Böse aus dem Internet. Wie es da rein kommt, dass interessiert die beiden nicht so. Aber sie wollen, dass es da nicht raus kommt sondern drin bleibt. Deshalb hat sich Ursula schon vor langer Zeit etwas ganz Schlaues ausgedacht: Internetsperren. Die gehen so: Ihr kommt zufällig auf eine Homepage. Da sind vielleicht böse Bilder oder böse Filme mit Kindern drauf. Die seht ihr aber nicht. Ihr seht ein großes Schild auf dem steht „Stopp“, und dann müsst ihr auf andere Homepages gehen. Da werden vielleicht Erwachsene angepinkelt und vergewaltigt. Aber das ist dann nur gespielt, oder so.
Über diese Sperren wird jetzt schon ganz lange geredet. Gestern sagt der nette Onkel Günter: Die müssen unbedingt her. Und heute sagt der nette Onkel Thomas: Erst einmal lassen wir das.
Da sind jetzt auch die Bösen erst einmal enttäuscht. Die hatten sich schon auf die Stoppschilder gefreut, weil die ja zeigen, wo man böse Sachen mit Kindern angucken kann. Denn so richtig schwer auszutricksen sind die Dinger nicht. Vielleicht werdet ihr jetzt sagen: Hmm, aber mit oder ohne Internetsperren, das ändert doch nichts an dem Problem! Was soll also das Gerede? Und da habt ihr nun auch wieder Recht. Aber es gibt ja auch noch die gute Stephanie. Die hat ein Buch schreiben lassen und sich vorne aufs Titelbild draufgemacht. Das Buch heißt „Schaut nicht weg!“. Das ist jetzt etwas kniffelig: Auf der einen Seite sollt ihr weggucken, wenn das Böse im Netz oder als Lady Gaga erscheint. Andererseits sollt ihr aber auch genau hingucken. Ihr seht schon: Die Welt der Erwachsenen ist voller Rätsel.
Ein bisschen sind aber Ursula und Stephanie auch wie Kinder. Sie haben viel Phantasie und denken sich gerne verrückte Sachen aus: Dann erzählen sie von einem Internet-Massenmarkt für Kinderpornografie. Dahinter stecken fremde böse Männer in Banden. Die fixen Leute mit ihrem heißen Stoff voll an und machen ratzfatz Pädoperverse aus ihnen. Warum die das machen? Hmm…vielleicht sind das Satanisten oder Kommunisten Terroristen oder Außerirdische. Die sind natürlich nicht bei euch zu Hause oder unterwegs zum Kinderstrich in der Kurfürstenstraße zwei Kilometer Luftlinie vom Bundestag. Und die bösen Bandenbuben tauschen die Bilder auch nicht kostenlos per Post oder Filesharing oder Usenet, sondern machen damit Milliardenumsätze über Webpages. Ursula und Stephanie finden, das klingt einfach besser: Das Internet. Besser als Papa, Mama, der nette Kumpel von Mama und Papa oder der beliebte Internatsleiter, von dem euer Papa immer sagt: Schnickschnack, der ist doch ein dufter Typ. Und jetzt, zack, Karriere und so.
Manche von euch kennen das: Dieses seltsame Gerede der Erwachsenen. Und diese verwirrenden Gefühle zu Hause und wie man plötzlich nicht mehr sprechen kann. Und manche von euch wundern sich: Warum glaubt Mama nicht mir, sondern Papa? Und warum glaubt Papa seinem Kumpel oder dem Internatsleiter? Und warum bin ich so verwirrt, dass ich mir selbst schon nicht mehr glaube? Und bestimmt können mir doch die gute Königin und die schöne Fee helfen? Unter uns: Die interessieren sich auch nicht für euch. Die haben noch sooo viel anderes im Kopf. Die müssen Wählerstimmen oder Spendengelder sammeln und die Machtverhältnisse und den schönen Schein erhalten, obwohl keiner weiß: Wofür eigentlich genau? So ist das eben. Jetzt denkt ihr vielleicht: Das klingt gar nicht lustig, sondern bitter und hilflos, was der Onkel von KNN da erzählt. Und da muss ich sagen: Stimmt.
Publiziert:
2. März 2011
Verfasst von:
Anselm Neft
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