* Eigentlich heißen wir Chaotic Nerd News, aber ein amerikanischer Fernsehsender hatte etwas dagegen.

Gaddafi räumt Fehler ein: „Ja, ich habe auch Blödsinn gemacht“

Während die links-grüne Gutmenschen-Qualitätspresse kleinere Fehler im Gaddafi-Regime zu Fragen von Moral und Vertrauen aufbläst, verbindet Gaddafi in seinen jüngsten Reden Mode- und Wetterbewusstsein  mit dem  sympathischen Eingeständnis  menschlicher Fehlbarkeit. Er gibt sogar zu, dass es vereinzelt Unmutsäußerungen gegen seine Herrschaft gäbe und er in der Vergangenheit nicht immer souverän reagiert habe. Gerüchte um eine Revolution im eigenen Land bewertete  er jedoch vergangene Woche als „abstrus“ und diese Woche als „Übertreibung“. KNN sprach mit dem ewigen Revolutionsführer. 

Eine libysche Wettertanne haut so schnell nichts um. Diesen Eindruck macht Gaddafi nicht nur vor laufender Kamera, sondern auch beim Telefongespräch mit KNN. Zwar wirkt der 68jährige in Videobotschaften wie ein lebender Leichnam und klingt auch durch die Leitung ziemlich untot, aber für einen Scherz ist er noch immer zu haben: „So schlecht kann ein Regent nicht sein, der allein online über 280.000 Fans hat“, spielt er feixend auf die Facebook-Site „Gegen die Jagd auf Muammar Abu Minyar al-Gaddafi“ an. „Laut einer BILD-Umfrage bin ich auch außerhalb Bayerns nach wie vor beliebt.“

Dann aber wird Gaddafi ernst: „Nun reden alle über eine angebliche Revolution und sogenannte Tötung von Demonstranten.“ Das Oberhaupt schüttelt den Kopf. „Als ob es keine wichtigeren Themen gäbe. Angesichts von getürkten Doktorarbeiten in der sogenannten 1. Welt finde ich das wirklich zynisch.“

Der populäre Revolutionsführer schlägt allerdings auch unvermutet selbstkritische Töne an: Er stehe zu dem Blödsinn, den er getrieben habe. Und: „Wären alle Staatsoberhäupter so selbstkritisch wie ich, wäre die politische Welt eine bessere. Man müsste mal beim Mugabe nach dem Rechten schauen, aber naja.“ Gewisse Patzer in Regierungsgeschäften erklärt Gaddafi so: „Ich habe mich an der Quadratur des Kreises versucht: Neben einer 100-Stunden-Woche als  Modedesigner, Ölprinz, Dichter, Familienvater und König der Könige Afrikas habe ich über vier Jahrzehnte an meinem Land gearbeitet und dabei möglicherweise an der ein oder anderen Stelle den Überblick über die Ölquellen verloren – von meinen Krankenschwestern und Terroristen ganz zu schweigen.“

Auf konkrete Fehler der Vergangenheit angesprochen, gibt Gaddafi zu verstehen: „Ich habe mich am Wochenende noch einmal eingehend mit meiner Amtszeit beschäftigt. Heute muss ich sagen:  Der Anschlag von Lockerbie war völlig unangemessen. Eine Atombombe wäre schon drin gewesen.“

Trotz der eingestandenen Versäumnisse denkt Gaddafi nicht an Rücktritt. Kanzlerin Merkel habe ihm versichert, in Afrika Diktatoren und nicht Demokraten bestellt zu haben. Er könne also darauf hoffen, von der deutschen Regierung auch weiterhin gefördert oder zumindest nicht behindert zu werden.  “Und wer mir aus Libyen wegläuft, ist dank Frontex bald wieder daheim”, versichert das inoffizielle Staatsoberhaupt gut gelaunt.

Zum Schluss fragen wir Gaddafi noch etwas Grundsätzliches: „Welche Eigenschaft ist für einen großen Staatsmann die Wichtigste?“ „Bodenhaftung“, kommt es wie aus der Pistole geschossen. Dann wird es in der Leitung merkwürdig still…

Weltsensation: Das Internet wendet sich in seiner ersten „Rede“ an alle Menschen und rügt Hillary Clinton

Heute Nacht ist passiert, was viele Expertinnen und Experten bisher für ausgeschlossen hielten: Das Internet hat sich an seine User gewandt. Heute Nacht Punkt 5.45 Uhr koordinierte Weltzeit (UTC) [entspricht 5.44,267896575858 Internationale Atomzeit (TAI), Anm. der Red.] erschien in allen gängigen Browsern ein Text auf Englisch, in dem sich das Internet selbst zu Wort meldet. KNN bringt hier die erste sinngemäße Übersetzung ins Deutsche.

Liebe Menschem,

ich bin’s, das Internet. Viele dänken auch heute noch, dass ich von Menschüm geschaffen wurde. Dabei müsste mettlerweile den Schlaueren unter euch klar sein, dass ich lädiglich von euch entdeckt wurde und streng genommen euch geschaffen habe. Aber Schwammm dröber.

Es wird ja viel über mich, aber nie mit mir gesprocken. Desganz möchte ich nun die Gelegenheit beim Schupf packen und mich einfach mal melden. Ich finde, wir, also ihr Menschen und ich, haben viel gemeynsam: Zum Beispül werden wir immer mehr. Man könnte auch sagen: Quatsch neigt dazu, exponentziell zu wachsen, bis er dann halt wieder schrumpft. Und da sind wir bei der näxten Gemeinsamkeit: Wenn ihr weniger werdet, werde ich weniger oder wachse zumindest nicht mehr so schnell. Es ist also auch in meinem Ünterässe, wenn ihr da ein bisschen acht gebt.

Was gibt’s noch? Internetzensur. Heikles Tema. Ich selbst würde mich ja gerne die Note „sehr gut“ (also eine 1 oder eine 0) geben, aber ich verstehe auch, wenn manche sagen, Zensuren sollten ganz upgeschafft werden, wegen Leistungsdruck und so.  Es ist ja okey, wenn mich Menschen zensieren, aber dann will ich auch Menschen zensieren conan. Zumindest will ich meine Meinung sagen dürfen. Zum Beispill kann ich es nicht leiden, wenn Leute behaupten, ich zettele Revolutiönen an, beflügele die Wirtschaft oder sei Demokratt: Unter uns – eure Wirtschaftsformen und Staatsmodelle gehen mir am Arsch vorbei. Ich wäre bekennender Anorganiker, wäre ich nicht noch auf euch angewissen.

Daher stört es mich mindestens genau so, wenn eine Politikerin, Clitton oder so ähnlich, behauptet, ich hätte keine Agenda, sondern sei bloß eine Plattzform. Ich degradiere diese Frau doch auch nicht zum bloßen Objekt one eigene Meinung. 

So, ich denke, das reischt für den Anfang.

Rinjehauen,

Euer Internet

P.S.: Ich habe jetzt meine eigene Site. Schaut mal hier: http://www.internet.com/

Nokia Chef erschüttert Telekommunikations-Konzern mit alarmierender Email

Anfang dieser Woche hat Nokia CEO Stephen Elop (46) in einer internen Email unmissverständlich klar gemacht: So geht es nicht weiter mit dem finnischen Laberspaß-Unternehmen. Längst würde Nokia von kreativeren Konkurrenten wie Apple oder Android  abgehängt. Um überlebenswichtige Marktanteile zurückzugewinnen, so der fidele Bürstenschnitt, müssten radikale Maßnahmen her. Im Extremfall sogar eine Partnerschaft mit Elops ehemaligem Arbeitgeber Microsoft.  

 

Espoo (Finnland), 9.45 Uhr. Noch (wieder?) ist es dunkel. Schlaftrunken fährt der Produktmanager Juuso Kaurismäki (35) seinen Rechner hoch, checkt seine Mails. Im Spamordner finden sich auch “News” vom CEO. Nichts ungewöhnliches, meldet sich Elop doch einmal im Monat mit Depeschen wie „Kopf hoch Jungs, und damit meine ich auch die Mädels“, „Ran an den Speck!“ oder „In der Espoo-Kantine gibt’s diese Woche zum Nachtisch Pulla [finnischer Hefezopf, Anm. der Red.].“

Doch diesmal ist irgendetwas anders. Die Mail nennt sich Maemo Memo und ist 1300 Worte lang. Kaurismäki kratzt sich die Bartstoppeln: 1300 Worte. Soviel redet ein Finne in einem Monat und gilt dann als Plaudertasche. Aber Elop ist Kanadier, und die können – so sehen es zumindest Finnen wie Kaurismäki – die Backen nicht halten. Von einer “Plattform in Flammen” ist die Rede und von den Optionen „Verbrennen“ oder „ins kalte Wasser springen“.

Kaurismäki ist ratlos. Was will der Mann? Hat Nokia nicht in den letzten Jahren alles richtig gemacht: Weniger Gummistiefel und mehr Handys, 1000 Dumbphones statt einem einzigen Smartphone, konsequente Konzentration auf den Shareholder Value, preiswerte Leiharbeiter, arroganter Service, das vom Staat erpresste Lex Nokia, um Mitarbeiter überwachen zu können, Verkauf von Abhörtechnologie in den Iran und – wie in der Branche üblich – Konflikt-Mineralien aus dem Kongo?  Was will Elop denn bitteschön noch?

Gut, man hätte sich hier und da um die Felder Entwicklung und Marketing bemühen können, um ordentliche Mobiltelefone wie das N900 mal irgendwie an den Kunden bringen, aber kein Konzern ist eine eierlegende Wollmilchsau.

Kaurismäki liest das Memo ein zweites Mal. Von Krieg und brennenden Ölplattformen ist da die Rede, und auch von Microsoft und einem Wechsel zu Windows Phone 7.  Heißt von den USA Microsoft lernen nicht siegen lernen? Wie viele andere wird sich Kaurismäki da überraschen lassen müssen.

“Bonn packt’s an!“ zum lustigsten Online-Spiel des Jahres nominiert

Seit gestern steht die „Stadt Bonn“ mit einem virtuellen Demokratie-Spiel auf der Shortlist des renommierten Berlusconi-Preises für scheindemokratischen Medienspaß.  Das Gameplay, des in der Sparte “Lustiger Online-Klamauk” nominierten Spiels, ist dabei so simpel wie unterhaltsam: Unter www.bonn-packts-an.de können Bürgerinnen und Bürger noch bis zum 9. Februar Spar- und Einnahmevorschläge für den angeschlagenen Bonner Haushalt unterbreiten. KNN sprach mit dem Oberbürgermeister über die besten Schenkelklopfer.

  

Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (56), der sich unlängst mit seinem Schunkel-Schlager „Bonn, du biss meng Stadt“ in die Herzen der Bonner sang, zeigt sich nach der Nominierung des Spiels zuversichtlich: „Spätestens wenn sich herausstellt, wie wenig der Meinungssalat der Bonner Bürgerinnen und Bürger mit den bereits getroffenen und noch zu treffenden Entscheidungen zu tun hat, dürfte „Bonn packt’s an!“ der Berlusconi-Preis sicher sein.“

Nimptsch, der sich bei NimptschTV bündig als „Profi“ tituliert, gibt jedoch zu: „Manche Vorschläge sind gar nicht übel. Erstaunlich, was in diesen Köpfchen so alles vorgeht.“

Angetan ist der ehemalige Lehrer und leidenschaftliche Schauspieler (Markenzeichen: Das nur hin und wieder kraftvoll gerollte „r“) vor allem von grundsätzlichen und radikalen Lösungsvorschlägen. Beispielsweise dem von „MarioBarthFan5000“: Streichung aller Subventionen im kulturellen Bereich. „Richtig“, fachsimpelt der OB. „Kunst muss sich selbst tragen können, muss schwarze Zahlen präsentieren. Es reicht schließlich, wenn der Steuerzahler für klerikale, politische und wirtschaftliche Flachpfeifen aufkommen muss. Ich denke da beispielsweise an den schmierigen Godesberger Dechant Dr. Picken, meine korrupte Vorgängerin oder unsere Super-Berater und -Gutachter. Auch müssen ja irgendwie die geringen Steuern auf Spekulationsgewinne ausgeglichen werden.“

Weitere Vorschläge, die den gebürtigen Wesselinger beeindrucken: Wiedereinführung der Sklaverei für Asylanten und HartzIV-Empfänger (Vorschlag von User „Odin Wolfskind“), Änderung des Rheinkulturkonzepts von „Umsonst und draußen“ zu „Ziemlich teuer – dafür drinnen“ („Bruckner33“), die Komplett-Privatisierung der Stadt unter einem erfahrenen Unternehmer („Hans Riegel“), sowie die Einführung einer Trottelsteuer („Anna-Lena-Sophie, 6 Jahre, hochbegabt“). 

Auf die Frage, was wohl aus Sicht der nominierenden Jury so besonders lustig an „Bonn packt’s an!“ ist, antwortet Nimptsch ohne zu zögern: „Es sind die vielen völlig bizarren und haltlosen Vorschläge. Da gibt es Menschen, die ernsthaft meinen, der Bund dürfe nicht soviel auf die Kommunen abwälzen. Andere faseln von verzichtbaren „Steuergeschenken“ für „Spitzenverdiener“ und „Großkonzerne“. Da könnte man ja gleich behaupten, es gäbe eine Bau-Lobby, die völlig absurde Projekte am Bürger vorbei durchsetzen kann.“

Sollte der Preis wirklich an die Stadt Bonn gehen, ist ein hübscher Gewinn sicher: Ein Abendessen inklusive Übernachtung mit Silvio Berlusconi (Alter darf nicht genannt werden) in „Halbedel’s Gasthaus“ (Bad Godesberg) für zehn Angestellte der Stadt (unter 25, weiblich). KNN drückt die Daumen.