* Eigentlich heißen wir Chaotic Nerd News, aber ein amerikanischer Fernsehsender hatte etwas dagegen.
Den größten Knaller unter den WikiLeaks-Enthüllungen hat sich KNN für das Jahresende aufgespart: Den frisch geleakten Brief eines Unterilluminaten an den Oberilluminaten, der den Jahresabschlussbericht für die „Provinz Deutschland“ enthält.
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EYEINTHEPYRAMIDE
EO DECL: 23/5
TAGS: Weltverschwörung (absolut geniale), Illuminaten (geriebene), Eschaton (permanentes)
Classified by: Eva Schwarzkopf
Zusammenfassung: Seit Jahrtausenden versucht der hochgradig geheime Orden der Illuminaten, die Welt zu zerstören („das Eschaton zu immanentisieren“). Bisher gelangen den gewitzten Ränkeschmieden aber lediglich die Sintflut, die Französische Revolution, die teuflischen 68er, 9/11 und die Niederlage Deutschlands gegen Spanien bei der WM 2010. Getreu der Aussage, dass eine Verschwörung von mehr als einer Person immer auffliegen kann, sickerte ein nicht für die Öffentlichkeit bestimmter Brief durch zu WikiLeaks. Dieses Schreiben dokumentiert eindrucksvoll, wie wir verschaukelt werden.
Inhalt:
Sehr geehrter Herr Oberilluminat, Großmeister des leuchtenden Trapezoeders, Ipsissmus Magnus, Hüter des Grals der Maria Magdalena, gebenedeiter Groß-Nerd vom Stuhl der tranzendentalen Immanenz, Rex Summus Sanktissimus, Mr. X a.k.a. Franz Ferdinand Müller,
das Illuminati-Fiscal-Year 2010 war für die deutsche Provinz ein gutes. Marionetten-Merkel funktioniert weiterhin in unserem Sinne (Stichworte: „Atomausstieg“, „Bildungspolitik“, „Globale Finanzmärkte “ und „USA-Zäpfchen“). Unsere Handpuppe Westerwelle schwächelt, aber dafür reibungslose Vorbereitung der Ernennung von Guttenbergs zum Bundeskanzler. Frau sollte sich etwas zurückhalten, damit Braten nicht noch auffliegt.
Nach wie vor ein Top-Performer: Unser Mann in Rom.
Weiterhin großes Plus unserer Provinz: Politiker keine Ahnung von IT/Internet.
Gelungenste Scheindebatten: Kachelmannprozess (bis Ende 2011 geplant) und „Sarazzin-Hoax“ Verschleierung wirtschaftlicher Verteilungsprobleme durch den guten alten „Blut-und-Boden“-Diskurs greift endlich nicht nur bei Globalisierungsverlierern aus dem Kleinbürgertum. Vorbild Holland noch nicht erreicht, arbeiten aber dran.
Islam als Popanz weiterhin erste Wahl. Dadurch Vertuschung der tatsächlichen Welteroberungspläne durch China (Stichworte: Devisen, Cyber-Krieg) und unserer Vorbereitung des daraus resultierenden 3. Weltkriegs.
Sind optimistisch, dass auch bei zeitlicher Verzögerung einiger Milestones Weltuntergang für 2032 realisiert werden kann.
Hochachtungsvoll,
Ihr Unterilluminat deutsche Provinz, sehr erhabener Souverän-General-Groß-Inspektor und Kompanion vom Heiligen Königlichen Gewölbe von Enoch, koptisch-kanonischer Kinderkalif und Karnevalsprinz Bonn-Beuel a.k.a. Fritz Küpper.
P.S.: Warum machen wir noch mal das Ganze?
Publiziert:
30. Dezember 2010
Verfasst von:
Anselm Neft
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Heute präsentiert KNN aus der Fülle der WikiLeaks-Dokumente etwas ganz Besonderes und obendrein jahrszeitlich Passendes: Das Jesus-Tape.
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NOPORN
SYPHILLIS
EO DECL: Math. 12,23
TAGS: Parusie, Blasphemie, Glossolalie
Classified by: Hesekiel Brettschläger
Zusammenfassung: Im Dezember 2009 channelte das erfahrene Medium Erika Brettschläger (101) den Geist von Jesus Christus und sprach mit ihm über wichtige Fragen des Glaubens. Auf Tonband in einer Mietswohnung bei Kaiserslautern aufgezeichnet und aufbewahrt wäre die hochinteressante Kommunikation in Privatbesitz geblieben, wenn sich nicht Erikas Sohn Hesekiel (82) diesen Spätherbst ein Herz gefasst und gegen den Willen seiner durchsetzungsstarken Mutter eine Abschrift des Bandes geleakt hätte.
Inhalt:
Erika B.: Günter, bist du das?
Geist: Nein!
Erika B. (wütend): Jesus Christus.
Geist: Ja!
Erika B.: Hä?
Geist: Ja, ich bin es. Jesus, der Christus.
Erika B.: Guten Tag, Herr Christus.
Jesus C.: Nennen Sie mich Jesus.
Erika B.: Also schön, Herr Jesus. Gut, dass ich Sie mal dran habe. Glauben Sie eigentlich an Gott?
Jesus C.: Glauben ist ein bisschen viel gesagt. Bei den unzähligen Planeten ist es ja nicht so unwahrscheinlich, das auf einem menschliches Leben…
Erika B.: Kommen Sie mir jetzt nicht mit dem anthropischen Prinzip und solchen Kinkerlitzchen. Die Frage ist dann doch, warum gibt es so viele Planeten.
Jesus C.: Weil das Universum nach dem Urknall halt so inflationär schnell…
Erika B.: Aber warum? Warum hat es sich so weit ausgedehnt?
Jesus C.: Also Warumfragen wie diese sind nix für die Empirie.
Erika B.: Jesus Maria, es wird ja wohl noch was anderes geben als die Empirie.
Jesus C.: Als Reduktionist möchte ich da antworten: Ja, aber das sind dann Spekulationen.
Erika B.: Aber Gott soll doch Ihr Vater sein. Also in Form des Heiligen Geistes, der da in Ihre Mutter…
Jesus C.: Wissen Sie, das ist so eine Geschichte zwischen meiner Mutter und meinem Vater. Da mische ich mich nicht ein. Aber Heiliger Geist…hmm, tja… Schwamm drüber.
Erika B.: Glauben Sie denn wenigstens an eine unsterbliche Seele?
Jesus C.: Wie soll das denn gehen? Ist die materiell oder nicht? Einfach oder komplex? Und wie transportiert die meine Persönlichkeit, die doch sonst rein biochemisch…
Erika B.: Mit wem rede ich da eigentlich?
Jesus C.: Mit einem komplexen Automaten, dem auf dem Weg der Sprache durch die Gesellschaft die Illusion einer eigenständigen Persönlichkeit eingepflanzt wurde.
Erika B.: Na, egal. Eine letzte Frage: Ihre Meinung zu Weihnachten?
Jesus C.: Zieht mich voll runter. Runter auf die Erde. In diesen Tagen muss ich immer spuken und werde oft wie ein Kind behandelt. Süß hier, klein da, unschuldig dort. Aber wenigstens gibt’s Geschenke.
Erika B.: Herr Jesus, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.
Jesus C.: Well done, Medium!
Publiziert:
23. Dezember 2010
Verfasst von:
Anselm Neft
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Auch heute präsentiert KNN aus der Fülle der WikiLeaks-Dokumente eines, das weltweit von besonderem Interesse sein dürfte. Darin finden sich nicht nur interessante Details über Julian Assange (39). Endlich werden auch die wahren Motive Daniel Domscheit-Bergs (32) für seinen Ausstieg bei WikiLeaks im September 2010 deutlich.
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NOFORN
SIPDIS
DEPART FOR INR/A
EO 12456 DECL: 06/28/2018
TAGS: Schwanzvergleich
Classified by: Kristinn Hrafnsson
Zusammenfassung: Ende August fand, anders als von Daniel Domscheit-Berg behauptet, ein reger Mailaustausch zwischen ihm und Julian Assange statt. In der letzten dieser Mails werden die Probleme deutlich, die die beiden WikiLeaks-Sprecher miteinander hatten.
Inhalt: „Von Julian Assange <messiah001@anarchy.net>
An Daniel Domscheit-Berg <ausbilderschmitt@gmail.com>
CC: Mama Assange <flowerpower69@holladiwaldfee.org>
28.August 2010 11:55
Hi Affenkopf,
>Julian, so geht das doch nicht weiter.
Oh wohl.
>Wir können nicht die anderen zur Transparenz zwingen und selbst
>völlig intransparent arbeiten. Das kommt auch in der Öffentlichkeit schräg
>rüber.
Sag mal, Hirsehirn, hast du’s noch nicht geschnallt? Wir kehren die
Asymmetrie der Informationsflüsse um. Anarchie ist kein
Schrebergartenverein, du Plockwurst!
>Auch find ich’s doof, dass jetzt alle denken, du wärst WikiLeaks.
Das nennt man Red-Herring-Taktik, du Vollpfosten. Während sich die Öffentlichkeit mit mir beschäftigt, arbeitet WikiLeaks in Ruhe weiter, capito? Oder soll ich dir dazu ein Bildchen malen?
>Machst du eigentlich noch dieses Couch-Surfing? Es geht mich ja nix
>an, aber deine Bewertungen bei www.couchsurfing.org sind ja alles
>andere als berauschend. Sag mal, stimmt es, dass du es mit der Hygiene
>nicht so genau nimmst? Und glaubst du wirklich, dass dich alle Mädels
>bei denen du wohnst, unwiderstehlich finden? Nicht, dass das
>noch Missverständnisse gibt.
Dannyboy, hattest du eigentlich schon mal Sex? Oder kennst du das nur aus dem Wikipedia-Eintrag? Du bist nicht meine Mutter, du Gesichtspullover mit Kassengestell.
>Davon mal abgesehen: Würde es dir etwas ausmachen, nicht ständig deine
>Mutter ins CC zu setzen? Es wäre auch nett, wenn du in Zukunft auf Beleidigungen
>verzichten könntest. Ich glaube, ich werde da langsam etwas empfindlich.
>Also, noch eine dumme Anmache und ich steig aus. Echt. Ich meins ernst.
Ich beleidige dich doch gar nicht, Arschloch.”
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Die nächste sensationelle Enthüllung finden Sie hier bei KNN am nächsten Donnerstag. Sie dürfen gespannt sein.
Publiziert:
16. Dezember 2010
Verfasst von:
Anselm Neft
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Alle haben eine Meinung zu WikiLeaks. Dabei hat niemand auch nur annähernd alle Dokumente gelesen, die zur Zeit unter http://213.251.145.96/ verfügbar sind und täglich mehr werden. Allein KNN hat dank einer neuen Blitzlesetechnik bereits das gesamte Material gesichtet. Als besonderen Service für seine Leserinnen und Leser filtert, übersetzt und postet unser hochwertiges Blog bis Ende des Jahres jede Woche eine exorbitant brisante Top-Secret-Kommunikation.
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Parallelgesellschaft 000666
Sipdis
E.o. 13458/JudasIschariot: decl: 02/06/2001
Tags: Fummeln, Grabbeln, Knuspern, Nageln
Zusammenfassung: Ende Mai 2001 wandte sich die deutsche Bischofskonferenz hilfesuchend an Kardinal Ratzinger, den damaligen Präfekten der Glaubenskongregation. Grund des Hilfeschreis: Keiner der Bischöfe hatte sein Schreiben vom 18. Mai „De delictis gravioribus“ (zu deutsch: “Über Schweinskram und anderes Teufelszeug”) komplett verstanden. Nicht nur Walter “der-Dreschflegel-Gottes” Mixa gab zu, bei dem “Wisch” mit seinem “Latein am Ende” gewesen zu sein. Daraufhin schrieb Kardinal Ratzinger eine geheime, erhellende Depesche.
Inhalt: „Brüder im Geiste. Auch mich dünkt bisweilen wirr, was der Heilige Geist mir zwitschert, doch wisset dies: Wo einer unserer gebenedeiten Priester fummelt, grabbelt, knuspert oder nagelt, item an sich selber zipfelt, da nehmt ihn ins Gebet. Tut er dies mit Knäblein oder Schlämplein jünger denn 16, so seid rigoros und schließt ihn ein – in eure Gebete. So er dann immer noch fummelt, grabbelt, knuspert, nagelt oder gar zu lustvoll drischt und prügelt, da schickt ihn an einen anderen Ort und schweiget fein still. In brevis – äh, ‘tschuldigung – kurz gesagt: Vertuschet um Himmels Willen jedwedes Fummeln, Krabbeln, Knuspern, Nageln und Heavy Petting, damit kein Schandfleck unsere liebe Mutter, die heilige, einzig wahre, römisch-katholische Kirche besudelt und somit betrübt.
Bussi und Gott zum Gruß,
Euer Ratzfatz
P.S.: Fliegt der Braten irgendwann auf, schreddert bitte alle diesbezüglichen Akten und Depeschen, so auch diese. Auch diejenigen unter euch, die mich bis dahin vielleicht nicht mehr lieb haben.
P.P.S.: Ich hab’ noch Großes vor. Aber psst!
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Nächste Woche postet KNN eine weitere sensationelle Enthüllung. Bleiben Sie drin, dran, drauf…
Publiziert:
8. Dezember 2010
Verfasst von:
Anselm Neft
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Nach der Auswertung etlicher Studien reagiert die “Unnötige-Literatur- Selbstkontrolle” (USK) zum Jahresende mit einem effektiven System zum Schutz der Jugend vor gefährdenden Buchinhalten. Die Maßnahmen reichen von einem transparenten Alterverifizierungssystem bis zur Indizierung besonders fragwürdiger Schriften.
Jugendschutz wird in Deutschland groß geschrieben. Es ist ja auch ein Substantiv. Dennoch hat die USK bislang versäumt, bei dem Medium anzusetzen, durch das die Jugend am nachhaltigsten verdorben wird: Texte. Ob Hardcover, Taschenbuch oder auch Blogeintrag – Studien belegen, dass jeder deutsche Amokläufer vor seinen Taten mehr als einen Text gelesen hat. „Das gleiche gilt für Selbstmörder und Studienabbrecher“, sagt Dr. Senf (88), unabhängiger Gutachter der USK. Senf, der gerade das Buch „Quo Vadis Deutschland?“ verfasst, gibt weiter zu bedenken: „Man kann über das 3. Reich sagen, was man will. Aber Jugendschutz war dort eine Selbstverständlichkeit: Schmutzige Bücher, Filme oder Gemälde – so was hat es beim Führer nicht gegeben.“ Auf die Frage, ob die Jugend damals weniger gewalttätig gewesen sei, gibt Senf zu verstehen: „Weniger kriminell. Energien wurden in den Dienst eines starken Staates gestellt. Und als Polen uns dann angegriffen hat, haben wir halt reagiert.“
Senf hat eine Liste von Büchern erstellt, die künftig einen „Ab 18“-Sticker tragen oder ganz verboten werden sollen. Darauf finden sich so unterschiedliche Werke wie Nabokovs Lolita („Kinderpornografie“), Wilhelm Buschs gesammelte Werke („grafische Gewaltdarstellungen“) sowie das Gesamtwerk Kafkas („macht depressiv und arbeitsunfähig“). Senf beschäftigt für diese Aufgabe ein von Steuergeldern bezahltes Expertenteam, das „überall mal reinliest“, aber auch Hinweise per Fax oder Mail entgegennimmt.
Lukas F. (12) begrüßt die aktuelle Entwicklung: „Ich hatte das Gefühl, mehr und mehr Zeit ins Lesen zu stecken, habe teilweise richtig den Boden unter den Füßen verloren und mir voll kranke Fragen gestellt.“ Auch die Eltern des Gymnasiasten zeigen sich beruhigt: „Es ist für uns eine große Hilfe, wenn eine offizielle Behörde Richtlinien vorgibt. Jetzt kann Lukas wieder verstärkt seine Kompetenz im Umgang mit neuen Medien ausbauen.” So soll der Heranwachsende neulich ganz alleine die Filme „Gedemütigte Dreilochstuten“ und „Nymphchens erstes Mal“ heruntergeladen haben. “Mit nur drei Klicks”, sagt Herr F. ”Da ist man natürlich schon ein bisschen stolz.“
Publiziert:
2. Dezember 2010
Verfasst von:
Anselm Neft
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