Im Kampf gegen den großen Spiele-Hersteller und – Publisher zeigt der Guns N’ Roses Sänger, dass man auch mit fast 50 noch ein verdammt cooler Rock n Roller sein kann.
Cool. Cooler. Axl. Anders kann man es nicht ausdrücken. Erst veröffentlicht der 48jährige Frontmann mit „Chinese Democracy“ ein tolles Album, das in vielen Telefonwarteschleifen und Fahrstühlen rauf und runter gespielt wird, dann gibt er für das Activision Game „Guitar Hero III“ total lässig einen Song frei: „Welcome to the Jungle“ – der große „Appetit for Destruction“-Hit, bei dem Axl sogar selbst den Text geschrieben haben will. Die Musik wiederum stammt von Gitarrist Saul Hudson (45) besser bekannt als Slash Dot Com. Der Game-Publisher Activision (31) musste Axl Rose allerdings versprechen, dass Slash in dem Spiel nicht auftaucht. Axls coole Begründung: „Der stinkt.“
Nun kniedelt sich aber ein Avatar mit schwarzen Locken und Zylinder durch Guitar Hero III. “Böse Zungen” (ein Side-Project von Slash) behaupten, diese Spielfigur sehe Axls ehemaligem Bandkollegen zum Verwechseln ähnlich. Slash, der seit Jahren an schwerer Achselrose leidet, bezieht bisher zu dem gewichtigen Thema keine Stellung. Axl aber ist außer sicher: „Was zur $%&§§“%& Hölle hat ein…piep…Gitarrist in diesem…piep… Spiel …piep…zu suchen? Piep!“
Verständlicherweise drängt der genasführte Feuerkopf auf einen Schadensersatz. „20 Millionen Dollar und Schwamm drüber“, zeigt sich der abgeklärte Altrocker großzügig.
Warum er sich erst drei Jahre nach Erscheinen des Spiels meldet, kommentieren Rose-Experten mit dem Hinweis auf einen wirklich schlimmen Kater des Musikers.
Jetzt ist der sympathische Sänger zum Glück wieder fit und will gleich neue „piepgeile“ Projekte in Angriff nehmen. Ganz oben auf Axls cooler To-do-Liste: Eine Klage gegen Facebook. „Diese…piieeeep….haben das Wort „Face“ aus meinem Song „Sweet Child O’ mine“ geklaut und sich die Rechte daran schützen lassen!“, zeigt der Star Zähne. That’s Rock n Roll!
Publiziert:
25. November 2010
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Anselm Neft
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Auf der heute in Hamburg startenden Innenministerkonferenz will der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann mit einer nationalen Anti-Terror-Strategie in 17 Punkten punkten.
Während andere PolitikerInnen noch über Bagatellen wie das Bildungssystem, Umweltschutz oder Kindesmissbrauch debattieren, packt Uwe Schünemann (46 Jahre, davon 31 in der CDU) das heißeste Eisen unserer Tage an: Den Kampf gegen den Terror. Nach eigener Aussage lässt der „Sheriff von Stadtoldendorf“ es jetzt „richtig krachen“ und macht „Neger mit Zöpfen“. Den größten Teil seiner Strategie will der gelernte Industriekaufmann am Mittwochabend zwischen 1.35 und 1.50 Uhr im Hubertushof in Bad Zwischenahn auf einen Bierdeckel notiert haben: Einsatz der Bundeswehr im Inneren, um die Freiheit Deutschlands nicht nur am Hindukusch zu verteidigen. Handy- und Internetverbot für „Gefährder“, Fußfesseln für „Top-Gefährder“ sowie Abschiebung von „Top-Premium-Deluxe-Gefährdern“. „Wenn die Terroristen nicht mehr telefonieren und chatten können“, so Schünemann, „dann sind ihre wichtigsten Kommunikationswege unterbrochen. Ha!“ Der nächste logische Schritt sei eine konsequente Vorratsdatenspeicherung und ein großer Lauschangriff, um diese unterbrochenen Kommunikationswege zu überwachen. Natürlich müsse es auch ein „Internet-Vermummungsverbot“ im Sinne Alfred E. Neumanns Axel E. Fischers geben. Schünemann führt weiter aus, dass er potentiellen Gefährdern konsequent Waffen und Bomben abnehmen und illegale Handlungen ein für allemal verbieten will. Notfalls wolle er zur Sicherung unserer Grundrechte ein paar Grundrechte abschaffen. Um das Problem wirklich an der Wurzel zu packen, denkt der niedersächsische Innenminister zusätzlich darüber nach, Muslime gleich bei der Einreise zu fragen, ob sie Terroranschläge planten. Für den Fall, dass nicht alle Befragten wahrheitsgemäß aussagen, plant Schünemann den Einsatz von „Muselmeldern“ – staatlich bezahlten Spitzeln im „Milieu“. Schünemann will noch prüfen, ob das Anbringen kleiner Minarette in Signalfarben („zum Beispiel gelb“) auf der Kleidung von Muslimen und arabisch-sprachigen Homepages verfassungswidrig sein könnte.
Publiziert:
18. November 2010
Verfasst von:
Anselm Neft
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Seit dem 1. November ist ein neuer Personalausweis verfügbar, mit dem man sich auch im Internet und an Automaten ausweisen kann. Das Bundesinnenministerium spricht von einem Geniestreich. KNN sprach mit dem Bundesinnenministerium.
KNN: Sehr geehrtes Bundesministerium des Inneren, erst einmal Gratulation, Chapeau, Hut ab!
BMI: Schankedöhn!
KNN: Es ist wirklich eine tolle Sache, dass man jetzt auch ohne Kreditkarte kostenpflichtige Angebote im Internet nutzen kann. Sie wissen schon…
BMI: Hihihi.
KNN: Aber sind die neuen scheckkartengroßen Ausweise auch wirklich sicher?
BMI: Wenn man sich an die Regeln in unserem 500seitigen Merkheft „Mit Sicherheit eine gute ID“ hält, kann eigentlich nicht viel passieren.
KNN: Computerexperten sprechen von Sicherheitslücken in der AusweisApp. Fehlende Prüfung des SSL-Zertifikats und das Auspacken empfangener Archive vor Signaturprüfung werden genannt.
BMI: Ach ja? Ich kenne mich da nicht so genau aus. Wie finden Sie unsere Werbung bei Schüler- und Studi-VZ: „Erika hat einen Neuen“?
KNN: Irgendwie schlüpfrig.
BMI: Ja, gell? Und unser wichtigster Sicherheitstipp lautet: Den Personalausweis generell in einem Safe aufbewahren! „Erika, steck ihn rein!“. Bruhahaha!
KNN: Aber warum soll der Ausweis in…
BMI: Na, da steht doch die Berechtigungsnummer drauf. Und die soll keiner kennen außer dem Ausweisinhaber. Es wäre völlig unverantwortlich, mit dem Ding im Portemonnaie herum zu laufen.
KNN: Ja, aber dann…
BMI: Wollen Sie nicht auch bei unserer Aktion mitmachen: Zeig Erika dein verrücktestes Foto. Sie können ein Fotoshooting gewinnen.
KNN: Was soll ich denn mit einem Fotoshooting?
BMI: Keine Ahnung. Hahaha.
KNN: Ja, hahaha. Sehr geehrtes Bundesinnenministerium, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Publiziert:
15. November 2010
Verfasst von:
Anselm Neft
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Nicht in Berlin, Hamburg oder München feierte Google am Dienstag seine Street View Premiere. Statt dessen sind nun die Straßen von Oberstaufen online zu bewundern. Die kleine Marktgemeinde im Allgäu ist vor Freude ganz aus dem Häuschen, hat sich aber einen erbitterten Feind gemacht: Unterstaufen.
Ein bayrisch-blauer Himmel, ein träge plätschernder Dorfbrunnen, Alphorn blasende Männer in eng sitzenden Lederhosen, verpixelte Teenager an der Bushaltestelle, riesige Betongaragen – eine Szene wie aus einem Alptraum. Horrorjunkies, die sich bei Hostel oder Saw langweilen, finden seit Dienstag bei Google Street View einen neuen Kick: Oberstaufen. Als im August diesen Jahres die Stimmung gegen Googles umstrittenen Dienst für Immobilienspanner deutschlandweit hochkochte, erkannte Oberstaufens Bürgermeister Walter Grath die Chance. „Wenn alle dagegen sind, sind wir dafür“, gibt der 60jährige Zausel verschmitzt zu Protokoll und fischt sich ein paar Essensreste aus dem Bart. „Wir Oberstaufener waren schon immer sehr aufgeschlossen.“ Der Geniestreich: Bianca Keybach (die 31jährige Leni Riefenstahl des lokalen Tourismusbüros) ließ eine Torte backen und mit Zuckergussschrift verzieren: „Street View. Willkommen in Oberstaufen.“ Das abgelichtete Feingebäck ging per Video um die Welt. Wieland Holfelder, Entwicklungshelfer von Google Deutschland, erkannte, wo der Bartel den Most holt, zog die Lederhosen an und gab Oberstaufen den Zuschlag für die Deutschlandpremiere.
Die Unterstaufener toben. Konditormeister Hopfimoser behauptet, bereits im Juli einen Googlehupf gebacken und ein „saugutes“ Heimvideo davon gedreht zu haben. Beim Versuch, das Video an Google zu faxen, sei jedoch irgendetwas schief gelaufen. „Die Oberstaufener zapfen hier die Leitungen an“, echauffiert sich der 41jährige. „Die Idee wurde geklaut“, behauptet auch Willi Krumm (58, Sternzeichen Schütze, Unteroberbürgermeister von Oberunterstaufen). „So geht es uns immer. Wir hatten den Slogan „Du bist Unterstaufen“ erfunden, aber als erstes benutzt haben ihn die Oberstaufener. Nur halt mit Oberstaufen. Wir sagen wegen unseren abgehörten Leitungen seit Jahrzehnten „o’zapft is“, jetzt bellen die Oberstaufener „o’viewed is“. Seit Jahrhunderten speichern wir in Unterstaufen Vorräte, und die Nachmacher in Oberstaufen speichern Vorratsdaten. Und jetzt noch das mit der Torte!“
Gerüchte, dass im Oberallgäu bürgerkriegsähnliche Zustände drohen und Heiner “der Geißler Gottes” Geißler zwischen Ober- und Unterstaufen vermitteln soll, konnten bisher nicht bestätigt werden.
Publiziert:
4. November 2010
Verfasst von:
Anselm Neft
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