* Eigentlich heißen wir Chaotic Nerd News, aber ein amerikanischer Fernsehsender hatte etwas dagegen.
Auf besonderen (?) Wunsch eines einzelnen Herren (A. Neft) führen die Kaotic Nerd News in ihrem letzten Beitrag das Thema Frauen in der IT fort und hoffentlich zu einem endgültigen Endpunkt. Für die Leser, die … oh großes sorry …natürlich für die Leserinnen und Leser oder einfach LeserInnen, also für Menschen, die sich für dieses Thema einen feuchten Dreck interessieren, gibt es unten noch einen schönen Weihnachtsbaum.
Vorweg: KNN hat nichts gegen Frauen. Viele unserer Mütter sind oder waren Frauen. Ja, wir finden Frauen toll, bewundern sie für ihr Einfühlungsvermögen, ihre Hilfsbereitschaft, ihren Ordnungssinn und ihr Talent für Dekoration und Niedlichkeit. Ohne Frauen würden wir uns oft gar nicht vollständig als Mann fühlen. Trotzdem muss es doch erlaubt sein, modernen Fehlentwicklungen einmal deutlich Paroli zu bieten. Längst haben gehirngepiercte Gendertanten und frustrierte Feministinnen die Deutungshoheit gewonnen. Frauenquoten, sich anbiedernde Softis sowie ständiges Gleichmachergeschwätz sind die verheerenden Folgen. Mutter Natur soll ein Schnippchen geschlagen werden und wohin das führt, müsste jeder wissen, der einmal einen Blick in die Geschichtsbücher wirft. Tipp: Unter „Kommunismus“ nachschlagen. Frauen in Berufe nötigen zu wollen, die ihnen naturgemäß nicht liegen, ist nicht nur grausam, es führt zu gesellschaftlichen Katastrophen (Stichwort: Angela Merkel). Was kommt als nächstes: Frauen, die Orchester dirigieren? Eine Frau als Trainerin der Nationalelf? Halbnackte Männer, die sich dekorativ auf Autokühlerhauben räkeln? Schwarze im Vorstand deutscher Dax-Konzerne?
Es ist offensichtlich, dass die ideologisch-fanatischen Gendergleichmacher mit Mythen arbeiten, um ihre Irrlehre perfide ins Volk zu tragen. So wiederholen sie seit Jahren gebetsmühlenartig, Ada Lovelace (geboren 1815) habe den ersten Algorithmus benutzt und sei die erste Programmiererin der Welt gewesen. Was gerne verschwiegen wird: Ihr weitaus genialerer, aber leider kaum erwähnter Vater – der Dichter Lord Byron – hat ihr vermutlich die nötigen Ideen geliefert. Das Fleißbienchen Ada hat diese Ideen dann ausgewalzt, um die Meriten dafür einzuheimsen und sich in den Vordergrund zu drängen. Anderes Beispiel: Die dauernd erwähnte Computerspezialistin Grace Hopper wurde 1967 in der Cosmopolitan über das Programmieren zitiert: „It’s just like planning a dinner. You have to plan ahaed and schedule everything so it‘s ready when you need it. Programming requires patience and the ability to handle detail. Women are „naturals“ at computer programming.“ Dies nehmen nun die Gender-Verstrahlten heute zum Anlass, Frauen Programmierfähigkeiten zuzuschreiben. Hallo? 1967 – 2012: Da hat sich einiges verändert. Davon ganz abgesehen, handelte es sich um eine durchschaubare Kampagne, um einen Fachkräftemangel auszugleichen, den man später gottseidank mit Häftlingen und dressierten Bonobos in den Griff bekam.
Fazit: Schuster bleib bei deinen Leisten. Wenn Frauen partout in der IT arbeiten wollen, kann ihnen das niemand verbieten. Bloß: Was die nie geborenen oder schlecht erzogenen Kinder dazu sagen werden, dass will dann wieder niemand hören!
Danke für Ihre Treue in mehr als zwei bewegten Jahren!
Ihr KNN-Team

Publiziert:
20. Dezember 2012
Verfasst von:
Anselm Neft
Kommentare:
Kommentare deaktiviert
Der beliebte IT-Blog Kaotic Nerd News wird zum Jahresende kurz vor seinem 100. Eintrag eingestellt. Das bestätigte heute Morgen ein Pressesprecher der Firma, die sich in den letzten zwei Jahren im deutschsprachigen Raum einen Namen gemacht hat und längst in einem Atemzug mit heise oder golem genannt wird. KNN sprach mit Chefredakteur Anselm Neft über die Hintergründe und lässt die glanzvolle Geschichte des Blogs Revue passieren.
KNN: Im Dezember schaltet KNN den letzten Eintrag. Was ist der Grund für das Aus?
Neft: Wir haben einfach kein Geld mehr. Das mag an der sperrigen Persönlichkeit des Chefredakteurs liegen. Einerseits entwickelt Neft immer kostspieligere Hobbys, andererseits lehnt er jegliche Werbung im Blog kategorisch ab.
KNN: Was für Hobbys?
Neft: Er unterstützt die Software-Firma tarent mit großzügigen Spenden. Er hat einfach ein Herz für so kleine, nette IT-Buden.
KNN: Tarent? Nie gehört.
Neft: Das ist ein toller Laden. Nette, fähige Leute und ein gutes Konzept. Open Source, Sie wissen schon: Die Guten!
KNN: Klingt super. Aber müsste der KNN-Chefredakteur nicht notfalls eher diese Tarent-Firma pleite gehen lassen als seine eigene?
Neft: Stimmt schon. Aber vielleicht bringe ich da auch irgendetwas durcheinander. Zuviel Olmpulver, wenn Sie mich fragen.
KNN: Ich frage Sie aber was Anderes: Wieviele Zugriffe hat der KNN-Blog im Schnitt?
Neft: Tja, laut dem Counter auf kaotic.blog.tarent.de sind es täglich Hunderte, laut Jetpack eher ein Dutzend pro Tag.
KNN: Klingt verwirrend. Können Sie das nicht exakt auslesen?
Neft: Ach, mit Technik haben wir es nicht so.
KNN: In der Tat: Für ein IT-Blog haben Ihre Redakteure erstaunlich wenig Ahnung von IT.
Neft: Das gehört zum Konzept. Bei anderen IT-Blogs fühlen sich normale Leser unwissend, bei uns fühlen sie sich überlegen und denken: „Oh man, das weiß ich aber besser“.
KNN: Gab es besondere Highlights in der Geschichte des Blogs?
Neft: Für mich zählt der Olm-Artikel zu den Glanzlichtern, auch wenn manche behaupten, der sei ohne Konsum von pulverisiertem Olmextrakt gar nicht so interessant. Auch die „IT-auf-Kuba- Reihe“ und das „Bundestrojanerquiz“ scheinen mir besonders gelungen. Und natürlich die erste Ansprache des Internets, die weltexlusiv nur wir gebracht haben.
KNN: Und was ist der Artikel mit den meisten Aufrufen?
Neft: „Schock in China: Sack Reis fällt um“. Ich habe keine Erklärung dafür.
KNN: Vielleicht liegt es an Suchbegriffen wie „Sack“, die Menschen häufig nachfragen?
Neft: Nein, da liegen „Julia Schramm Porno“ und „galaxy s3 für kleine Männerhände“ vorne.
KNN: Im August 2011 brachten Sie einen Artikel über Randi Zuckerberg mit dem Untertitel „Frauen in der IT 1“. Wird es noch einen zweiten Teil geben?
Neft: Gute Frage! In der Literaturwissenschaft hört man oft „der Text entsteht beim Lesen“. Bei uns ist es so, dass der Text beim Schreiben entsteht. Und ganz am Schluss finden wir das Thema, das zu dem fertigen Text passt.
KNN: Das klingt innovativ. Trotzdem ist Ende des Jahres Schluss. Hand auf’s Herz: Sind Sie ausgebrannt?
Neft: Klar, wer so viele Ideen produziert wie wir, der könnte schon mal kreative Durststrecken erleben. Aber wenn Sie eine Messerspitze Getrockneter-Olm-Pulver mit einer Prise…
KNN: Schon gut! Tröstet es Sie ein wenig, dass die Frankfurter Rundschau ebenfalls Insolvenz anmelden muss?
Neft: Ein wenig. Doch.
KNN: Eine letzte Frage: Was sind Ihre Pläne für die Zukunft? Es gibt Gerüchte, dass Ihr Chefredakteur zur „Titanic“ wechselt?
Neft: Er hat da im Dezemberheft einen Artikel platziert. Aber ich glaube nicht, dass sich da etwas Dauerhaftes ergibt. Immerhin steht die Titanic für einen vergleichsweise seriösen Journalismus.
KNN: Herr Neft, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Publiziert:
15. November 2012
Verfasst von:
Anselm Neft
Kommentare:
Kommentare deaktiviert
Erst schien es nur ein Ulk aus der heise-Redaktion, doch jetzt hat der Flugzeug- und Waffenhersteller BOEING eine fliegende Mikrowelle getestet, die elektronische Systeme ausknipst. Laut einer Konzernmitteilung flog Champ (Counter-electronics High-powered Advanced Missile Project) am 16. Oktober über ein Testgelände in Utah und schoss Hochleistungsmikrowellen auf Gebäude. Sofort wurde alle Elektronik darin lahm gelegt. Leider versagten auch alle Kameras, die den spektakulären Test dokumentieren sollten. KNN sprach mit dem Programmverantwortlichen Keith Coleman über die Zukunft des Projekts.
KNN: Zunächst einmal: herzlichen Glückwunsch! Mit der Elektronik-Ausschalt-Rakete ist Ihnen ein toller Coup im Kampf gegen den Terror gelungen.
Coleman: Herzlichen Dank! Gerade Terroristen arbeiten heute ja weltweit mit modernster Computertechnologie.
KNN: Sind noch andere Einsatzmöglichkeiten denkbar?
Coleman: Klar. Mit Champ kann man theoretisch die Sicherungssteuerung in Kernkraftwerken ausschalten oder Krankenhäuser und Banken lahmlegen.
KNN: Das klingt jetzt beinahe selbst ein wenig nach Terror.
Coleman: Ja, aber das können die Journalisten und NGO-Knilche dann nur noch schwer dokumentieren. Sie wissen doch: In der Liebe und im Krieg ist jedes Mittel erlaubt.
KNN: Stimmt auch wieder.
Coleman: Spaß beiseite. Wir arbeiten für die Guten! Wir haben eine neue Ära moderner Kriegsführung eingeleitet. Wir haben aus Science Fiction Science Fact gemacht.
KNN: Beim Krieg ist ja besonders wichtig, dass er modern geführt wird. Sonst könnte man sich ja gleich wieder mit Keulen…
Coleman: Jahahaha.
KNN: Aber sind nicht seit dem kalten Krieg die meisten militärischen Ziele gegen elektromagnetische Impulse gehärtet?
Coleman: Echt jetzt?
KNN: Was anderes. Gibt es Konkurrenz?
Coleman: Offen gestanden: Oracle Java bringt Computer noch häufiger und zuverlässiger zum Absturz als Champ. Aber bei uns kann man sie nachher nicht mehr hochfahren.
KNN: Ach so. Wir dachten, die Champ-Rakete düst bei den Bösewichten rum, zieht überall die Netzstecker und fliegt dann brav zum Sondermüll.
Coleman: Na ja. Unsere Marketingabteilung meinte „abschalten“ klingt besser als „zerstören“. Wir gehören ja auch zu BOEING Defense und nicht zu BOEING Attack. Hahaha.
KNN: Herr Coleman, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Publiziert:
25. Oktober 2012
Verfasst von:
Anselm Neft
Kommentare:
Kommentare deaktiviert
Julia Schramm (26), eines der prominentesten Mitglieder der Piratenpartei, hat ein Buch geschrieben, das in diesen Tagen unter dem Titel „Klick mich. Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin“ im Knaus-Verlag erschienen ist. Seitdem prasselt ein Shitstorm von wulffschen Ausmaßen auf die Spackeria-Mitbegründerin herab. Das Buch sei grottenschlecht, höhnen die Einen. Andere toben, weil Schramm durch Zusammenarbeit mit der Contentmafia (in diesm Fall: Buchverlag, der für seine Erzeugnisse Geld nimmt) das Hauptziel der Piraten (alles sofort kostenlos für Leute, die im Netz surfen können) unglaubwürdig mache. Julia Schramm, laut Insidern Nachfahrin einer Hexe aus dem Burgenland, hat allerdings viel mehr auf dem Kerbholz, als selbst der gehässigste Shitstormer in die Tasten hämmert. KNN informiert über weitere und bisher unerwähnte Missetaten der „Privilegienmuschi“.
- Julia Schramm ist Schuld daran, dass die Beliebtheit der Piraten sinkt und ihre Partei schon bald von der abgespaltenen „Alles-Kostenlos-Partei“ (AKP) in eine Nischenexistenz gedrängt wird.
- Julia Schramm hat einzelne Piraten in Chatrooms kinderpornosüchtig gemacht.
- Julia Schramm ist die Imageberaterin von Johannes Ponader.
- Julia Schramm ist mitverantwortlich dafür, dass Bücher Geld kosten und nicht alle Autoren ihre Texte kostenlos ins Netz stellen (sogenannter Schramm-Kapitalismus).
- Julia Schramm trägt die Hauptverantwortung dafür, dass die Abstimmungen der Piraten via Liquid Feedback Software entweder nicht geheim oder nicht nachvollziehbar durchgeführt werden können (sogenanntes Schramm-Dilemma).
- Julia Schramm hat per Mausklick dafür gesorgt, dass die Playstation 3 teurer wird.
- Julia Schramm hat Jenni Elvers an die Flasche gebracht.
- Julia Schramm hat per Crowdfunding einen umstrittenen Film zu über 50 Prozent (666 Euro) finanziert.
- Julia Schramm ist verantwortlich dafür, dass sich Familienministerin Kristina Schröder für eine Post-Gender-Feministin hält.
- Julia Schramm steckt dahinter, dass die Käfighaltung von Hühnern heute Kleingruppenhaltung heißt.
- Julia Schramm wird durch weitere Veröffentlichungen schon in wenigen Jahren zu dem Wortspiel “Julias geschrammelte Werke” beitragen.
- Julia Schramm ist Schuld daran, dass der Autor dieses Artikels seit Tagen zwanghaft darüber nachdenken muss, was zur Hölle eine Privilegienmuschi ist.
———
P.S.: Zum kostenlosen Download des Buches geht es hier.
Publiziert:
20. September 2012
Verfasst von:
Anselm Neft
Kommentare:
Kommentare deaktiviert
Heute ist es soweit: Das Aktionsbündnis kultur-retten demonstriert in verschiedenen Städten vor den GEMA-Generaldirektionen. Grund der Proteste ist laut Stephan Eisvogel (Die Piraten) eine allgemeine Scheißhaftigkeit der GEMA und das neue Tarifmodell, das laut Kritikern ab 2013 zu einem massiven „Clubsterben“ führen wird. Den teils polemischen Äußerungen der Demonstranten („GEMA kacken“) stellt die GEMA sachliche Argumente („Geht selber kacken!“) entgegen.
Sommer 2012: Ein Mitarbeiter der GEMA entdeckt in seiner Mittagspause das Internet. Und ist entsetzt. Tatsächlich toben sich in Blogs, Foren und sozialen Netzwerken Leute aus, die etwas gegen die GEMA haben. Sogar zu offenen Protesten wird ganz unverhohlen aufgerufen. Unverzüglich werden Rechtsanwälte konsultiert, um den hetzenden Mob hinter Gitter bringen zu lassen. Das niederschmetternde Ergebnis: Nein, dagegen kann man nichts machen. Das Grundgesetz gewährleistet Meinunsgfreiheit und Versammlungsrecht. So leicht gibt sich die GEMA jedoch nicht geschlagen. Kurzerhand werden zweihundert Ein-Euro-Jobber von der ARGE rekrutiert und als „Versachlichungs-Backup-Team“ mit „Argumenten“ versehen. Die bereits als Guttenberg-Fans und Fiskalpakt-Befürworter engagierten Niedriglöhner hauen seit Wochen in die Tasten, um das neue Tarifmodell der GEMA zu verteidigen. „Schaunse mal“, schreibt etwa Achim F. (35) in einem Online-Kommentar, „wenn kleine Klups in Zuckunft 76% mehr zahlen isses immer noch besser als wennse 176%, oder nich?“
Als weiteren Coup verfasste die mit allen Wassern gewaschene Marketing-Abteilung der GEMA eine Mail an rund 33.000 Mitglieder und erklärte, dass man nun „schnell und schlagkräftig“ mit „plakativ“ zusammengefassten Stichpunkten die Debatte „sachlich steuern“ will. Darüber hinaus werden alle Pressevertreter zu Koks und Nutten in die Generaldirektionen geladen, um sich selbst ein objektives Bild von der Sachlage zu machen.
Wer die GEMA einmal für dieses beherzte Vorgehen loben will, der schreibt am besten eine aufmunternde Mail an Ursula Kotz-Goebbels: ugoebel@gema.de.
Obendrein sammelt die GEMA Unterschriften für einen guten Zweck und freut sich über Unterstützung.
——-
P.S.: Wer sich tatsächlich für eine sachliche Auseinandersetzung mit dem geplanten Tarifmodell interessiert, findet hier einen ausführlichen und fundierten Text.
Publiziert:
6. September 2012
Verfasst von:
Anselm Neft
Kommentare:
Kommentare deaktiviert
Schon die letzten Blogeinträge des sympathischen Wiedehopfs (Schwerpunkte: Internet und Markenkommunikation) demonstrierten eine erschütternde Bocklosigkeit. Ob “Die geheime Zutat des Shitstorms” (14.8.), “Jammern hilft nicht gegen Netz-Sheriffs” (7.8.) oder “Die besten Hackbraten-Rezepte im www” (31.7.) – die Leserschaft beschlich zunehmend das Gefühl, der renommierende Blogger bleibe hinter seinen Möglichkeiten zurück. Diesen Dienstag nun erschien ein neuer Text von Lobo und legt die Vermutung nahe: Der Mann kann oder will nicht mehr.
Der Kolumnenbeitrag trägt die Überschrift “Das Geheimnis des Internets”. Der Teasertext lügt frech, es gäbe eine erbitterte Debatte darüber, worum es beim Internet gehe. Dann folgt die Kolumne selbst:
“Das Geheimnis des Internets ist, die Datenflut auf das Maximum zu reduzieren.
tl;dr
Weniger ist mehr (meistens).
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist absichtlich kurz.”
Lobo-Fans weltweit rätseln, was der Meister ihnen damit sagen will. Viele halten es für möglich, dass sich der geniale Blogger bei Spiegel-Online leergeschrieben hat. Ein handfester Write-Out, wie man in den Creative-Kreisen des Dax-affinen Frechdachses sagt. Andere glauben, der ernste junge Mann habe lediglich seinen Sinn für Humor entdeckt und experimentiere nun ein wenig damit herum. So oder so: Künftige Lobo-Exegeten werden um diesen Paradigmenwechsel im Oeuvre des digitalen Dandys nicht herumkommen. Wenn in einigen Jahren die Lobo-Kolumnen Unterrichtsstoff an allen deutschen Gesamtschulen sein werden, wird man sich vor allem den 21.8.2012 hinter die Ohren schreiben müssen: Den Tag, an dem Lobo das Internet erklärte und augenzwinkernd dazu aufrief, sich im Netz kurz zu fassen.
Insider munkeln, für Lobo sei seine Aktivität bei SPON von Anfang an ein Strohfeuer gewesen. Längst habe das missing link zwischen Business-Communicator und Mensch eine Karriere als konfuzianistischer Aphoristiker ins Auge gefasst und wolle demnächst ein Buch mit dem Titel “Hoch ist von oben aus gesehen tief” veröffentlichen. Gerüchte, dass auch Jan Fleischhauer seine SPON-Kolumne bald aufgibt, um sich mit seiner linksradikalen Mutter (SPD, Seeheimer Kreis) in Paartherapie zu begeben, konnten leider nicht bestätigt werden.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist unabsichtlich mittellang.
Publiziert:
23. August 2012
Verfasst von:
Anselm Neft
Kommentare:
1 Kommentar
Für die diesjährige GamesCom, die vom 15. bis 19. August in den Kölner Messehallen stattfindet, sucht der Privatsender RTL noch möglichst abstoßende Nerds, die vor laufender Kamera auf bescheuerte Fragen verstörende Antworten geben. Grund ist der Plan von RTL Explosiv seinen GamesCom-Bericht vom Vorjahr zu toppen. KNN druckt für Interessierte den Text der Ausschreibung:
Hey du! Ja, genau Du!
Fast alle halten dich für einen Vollspacken, dabei bist du ein abgezockter Progamer, der Diablo III in einer Woche knackt? Die Stadt lacht über dich, aber die World of Warcraft zittert vor dir? Dein Erdenleib wohnt bei Mutti, aber dein Avatar mischt täglich bei GTA alles auf, was sich ihm in den Weg stellt? Dann haben wir ein brandheißes Angebot für dich, ein Angebot, das du nicht ablehnen kannst! Wir zahlen dir die Dauerkarte für die GamesCom 2012 und ermöglichen dir das, was du bisher nur vom Bildschirm kennst: Ein Gespräch über deine Leidenschaft und Fast-Körper-Kontakt mit einem heißen Babe. Was du tun musst? Fast nichts: Du gibst dem Babe ein zehn Minuten langes Interview, wir schneiden die coolsten 10 Sekunden raus und bringen dich voll fett ins TV. Deal? Was erhöht deine Chancen? Du bist jung, männlich und siehst Scheiße aus. Hygiene ist ein No-go für dich. Du trägst ein albernes Kostüm oder voll unsexy Klamotten. Du nuschelst, lispelst, kiekst oder brummst kaum verständlich und wirkst generell ein bisschen irre. Vielleicht bist du Holländer? Oder Satanist? Oder Verschwörungstheoretiker? Und gerne auch alles zusammen. Melde dich schnell – dein RTL!
mail@rtl-sucht-vollspacken.de
P.S.: Sollten wir mit dieser Ausschreibung oder dem künftigen TV-Beitrag irgendwelche Gefühle verletzen, möchten wir uns in aller aufrichtigen Ironie entschuldigen: We are sorry!
Publiziert:
9. August 2012
Verfasst von:
Anselm Neft
Kommentare:
Kommentare deaktiviert
Bei der plötzlich das Land verheerenden Affenhitze (a.k.a. Sommer) kann sich ja eh kein Schwein länger als 10 Sekunden konzertieren…äh…konzen…dingsbums. Daher das Wichtigste aus der IT-Welt in aller gebotenen Kürze.
Dank Piraterie kostenlos auf Zombies ballern: Spielehersteller Madfinger Games kapituliert vor „gigantischem Piraterieanteil“ und gibt das erfrischende Zombie-Schieß-Spiel „Dead Trigger“ kostenlos an die weitgehend asoziale Bevölkerung. Vorher kostete das Free-to-play-Game 99 Cent, die man Spieleentwicklern allerdings nicht gönnen sollte, haben diese doch ohnehin ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sparfüchse verweisen auch darauf, dass sich dank des offenen Google-Betriebssystem per Dateimanager kinderleicht apk.Dateien versenden lassen, während die Android-Bezahlmodalitäten eher sperrig erscheinen.
AC/DC in iranischen Atomanlagen: Der leitende F-Secure-Sicherheitsforscher Mikko Hypponen erhielt am Wochenende Mails eines Wissenschaftlers des iranischen Atomprogramms. Darin wird ein ungewöhnlicher Hackerangriff geschildert. Zwei Atomanalgen in Natanz und Nasing seien durch Schadsoftware abgeschaltet worden, während mehrere Workstations das Lied „Thunderstruck“ von AC/DC abspielten. Die GEMA, die iranische Atomanlagen aufgrund der Siemens-Hardware wie deutsche Clubs abrechnet, erwartet eine Gebühr in Millionenhöhe.
Bayern atmet auf: Der vermeintliche Killeralligator in einem Badesee im bayrischen Schwandorf bei Sommerloch schien zunächst ein Biber, dann eine handzahme Bartagame, entpuppte sich zuletzt aber als weitgehend käferfreier Berglöwe. Damit festigt das sympathische Mir-san-mir-Bundeslandes seine Rating-Bestnote, die zuletzt von Moody’s in Frage gestellt worden war.
WordPress-Bug löscht und manifestiert Kommata: Die aktuellste Version (3.4 „Green“) des beliebten Weblog Systems WordPress enthält offenbar einen Bug. In zahlreichen Weblogs verschwanden Kommata um an anderen völlig unpassenden, Stellen wieder, aufzutauchen. Experten konnten ermitteln dass das Gesamtvolumen der nützlichen Satzzeichen, dabei insgesamt immer gleich bliebe. Als besonders verstörende Beispiele nannte ein WordPress-Sprecher die international populären Blogs „Trudichen – die Seite über das Leben“ und „Planet tarent“.
Publiziert:
26. Juli 2012
Verfasst von:
Anselm Neft
Kommentare:
Kommentare deaktiviert
Der internationale Verbund der Groß-Anleger (VGA) hat sich für eine deutliche Erhöhung der IT-Sicherheit an Finanzinstituten ausgesprochen. Laut dem Verbands-Vorsitzenden Jonathan Chrematistos-Bilderberg seien die jüngsten Skandale um den manipulierten Libor-Zins und die Ermittlungen gegen Tausende von Credit Suisse Kunden deutliche Hinweise auf einen zu laxen Umgang der Branche mit sensiblen Daten.
„Wie kann es sein, dass Tausende von Kundendaten auf einer einzigen CD sind?“, fragt Chrematistos-Bilderberg mit stechendem Blick. „Und wie kann es sein, dass ein einziger Mitarbeiter all diese Daten besitzt und aus Versehen an das deutsche Finanzministerium weitersenden kann? Wo sind denn da die Kontrollmechanismen?“
Empört zeigt sich auch Thomas Nazigöldli, ein Sprecher der Credit Suisse. Man habe im September 2011 einen Deal mit den deutschen Behörden geschlossen. Danach seien 150 Millionen Euro an NRW geflossen, damit die Staatsanwaltschaft Düsseldorf die Verfahren gegen Credit Suisse Mitarbeiter wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung einstelle. Das sei doch ein hübsches Sümmchen, das länger als ein Dreivierteljahr halten sollte. Aber offenbar hätte man das Geld besser in eine solide Strategie zur IT-Sicherheit investieren sollen. Dem kann Chrematistos-Bilderberg nur zustimmen: „Durch die Schludrigkeiten der CS werden 7000 wackere Steuerrebellen schwer geschädigt. So etwas gehört bestraft!“
Weltweit beklagen Anleger die suboptimalen Sicherheitsvorkehrungen der großen Geldhäuser. „Ist es etwa zu viel verlangt“, so ein anonym bleiben wollender US-Milliardär, „dass eine Software heraus liest, wann faule Kredite einem Großkunden wie mir auf die Füße fallen? Soll ich etwa die Zeche für ein Schneeballsystem zahlen, durch das mir eine Riesenrendite versprochen wurde?“
Auch die grundsolide Barclays Bank und die völlig neutral arbeitenden privatwirtschaftlichen Ratingagenturen besitzen laut Expertenmeinung kein zeitgemäßes IT-Sicherheitskonzept. Bei Barclays und offensichtlich auch einigen anderen Finanzinstituten konnten anarchistische Hacker aufgrund gravierender Serverlücken (Windows Server 2008 R2) den im Interbankenhandel gültigen Libor-Zinssatz manipulieren und damit Barclays-Chef Bob Diamond zum Rücktritt und den Verzicht auf eine Bonuszahlung von 20 Millionen Pfund nötigen.
Bei den Ratingagenturen Moody’s und Standard & Poor’s wurden neben Stimmungsschwankungen der IT-Fachkräfte auch armselige Standards zum Beispiel im Identity- and Acessmanagement (kein OSIAM) identifiziert. Als Konsequenz stufte sich bereits letzte Woche Moody’s selbst von Aaa auf Pippikacka herunter.
Publiziert:
12. Juli 2012
Verfasst von:
Anselm Neft
Kommentare:
Kommentare deaktiviert
Wissenschaftlerinnen und -schaftlern des europäischen Kernforschungszentrums CERN ist womöglich der Nachweis eines neuen Elementarteilchens gelungen. Ob es sich dabei um das seit Jahrzehnten gesuchte Higgs-Boson handelt, dessen Existenz das Standardmodell der Teilchenphysik weiter erhärten würde, ist noch nicht geklärt. Die Freude in der Physiker-Community wird jedoch überschattet von einer Medienkampagne, die das Elementarteilchen zum „Gottesteilchen“ ausruft.
„Jedes Mal, wenn jemand Gottesteilchen sagt oder schreibt, stirbt das Kätzchen eines Wissenschaftlers“, demonstriert Prof. Louis von Lepton vom IGITT (Ingolstädter Großprojekt für die Interpretation theoretischer Teilchen) ein nüchternes Denken in Kausalzusammenhängen. Im gleichen Moment ertönt im Nebenzimmer ein finales Maunzen: Kitty, die Katze der Putzfrau stirbt.
„Gut“, korrigiert sich von Lepton, „es kann auch andere Katzen treffen.“
Während in deutschen Backfilialen erste „Gottesteilchen“ in den Auslagen liegen und die BILD titelt „Jetzt sind wir alle Gottes Teilchen“, schütteln von Lepton und seine Kollegen über die unverantwortliche Berichterstattung den Kopf. In seinem Blog „Religion ist doof“ bringt es Heiko Hadron auf den Punkt: „Da wird ein ganz falsches Bild erzeugt. Religion hat in den Naturwissenschaften nichts zu suchen.“ Ihm zufolge geht der verzerrende Begriff auf den US-amerikanischen Physiker Leon M. Lederman zurück, dessen „the goddamn particle“ vom Houghton Mifflin Verlag zu einem sensationsheischenden „the god particle“ umgedichtet wurde.
Auch am CERN ist man sauer: „Erst heißt es, wir beschwören die Apokalypse herauf. Jetzt beweisen wir die Existenz Gottes“, echauffiert sich Prof. Claire Gluon. „Dabei ist es für die Christen doch unabdingbar, dass Gott einen freien Willen hat. Und wenn Elementarteilchen einen freien Willen hätten – dann gute Nacht!“
Aus den USA hagelt es ebenfalls Proteste. So erklärten Forscherinnen und Forscher des seit Januar 2011 abgeschalteten Tevatron-Beschleunigers bei Chicago: „Nicht nur der Begriff ist völlig unwissenschaftlich. Auch die Euphorie ist bei einer Wahrscheinlichkeit von 4.9 Sigma unangebracht. 5.0 wäre was anderes. Aber 4.9? Das ist für die Forschung gerade mal ein Quantensprung.“
Publiziert:
5. Juli 2012
Verfasst von:
Anselm Neft
Kommentare:
1 Kommentar