Ende Januar wurde nach einem Hackerangriff die Internetpräsenz der Polizei in NRW aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Bis heute ist nur eine statische Infoseite verfügbar. Vor allem netzaffine Rentner werden allmählich ungeduldig, müssen sie doch seit Wochen den Zeitungsdiebstahl im Treppenhaus oder den zwielichtig an der Ecke lungernden Morgenländer nun wieder mühsam telefonisch melden. Laut Jürgen Mathies, dem Direktor des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste, muss ein komplett neuer Internetauftritt entwickelt werden. Doch was sind die Hintergründe des Debakels? KNN sprach mit Website-Gestalter Wachtmeister Horst Paluschke (47).
KNN: Herr Paluschke, Sie haben die Homepage der NRW-Polizei erstellt. Wie ist es dazu gekommen?
Paluschke: Ja, lange Geschichte. Bei so was wird bei und eine Ausschreibung gemacht. Das zieht sich, weil die IT-Experten, die es auch bei uns gibt, da mitreden wollen. Dabei ist das Thema „Homepage“ ja mehr eine Marketing- und Budgetfrage, und da haben wir dann aus Steuergeldern diesen PR-Berater…Interessiert Sie das überhaupt?
KNN: Schon. Vor allem, warum schließlich Sie die Homepage erstellt haben.
Paluschke: Nach dem PR-Berater kam noch ein Budget-Berater und dann war kaum noch Budget übrig. Wir also die Ausschreibung gemacht, und da gilt beim Staat: Das billigste Angebot bekommt den Zuschlag. Mein Chef hat mich…nun ja….gebeten, selbst ein Angebot für 5 Euro zu schreiben, damit unsere Zahlen für 2012…Sie verstehen?
KNN: Ja. Und wie ging es dann weiter?
Paluschke: Ist ja eine Weile her. Ich hab es erst mit wix, dann mit jimdo und schließlich mit dem Homepage-Baukasten von 1 & 1 probiert. Schön Kontaktformular und so. Die für Bremen habe ich übrigens gleich mitgemacht.
KNN: Aber hätten da nicht IT-Experten rangemusst?
Paluschke: Das haben Einige bei uns auch gesagt. Aber was gemacht wird, bestimmen immer noch die höheren Dienstgrade. Sonst ging es ja drunter und drüber. Und dann war auch wieder alles so stressig: Überstunden hier, irgendeinen Querulanten versehentlich erschossen da.
KNN: Haben Sie sich denn Gedanken über das Thema „Sicherheit“ gemacht?
Paluschke: Na, sicher. Ich habe gleich gesagt: Mädels, wenn wir die neue Homepage haben, dann muss auch mal ein richtig gutes Antivirusprogramm her. Das kann man doch von Antivir kostenlos runterladen.
KNN: Das war alles?
Paluschke: Mir ist immer wichtig gewesen, dass alles miteinander vernetzt ist. Das ist doch die Idee von diesem Internet. Also: interne Daten und Homepage alles schön miteinander verbunden. Bloß doof, das jetzt gar nix mehr funktioniert.
KNN: Verstehe. Wie geht es jetzt weiter?
Paluschke: Wegen dem Imageschaden haben wir jetzt erst mal den alten PR-Berater angerufen. Na und wenn dann noch Geld übrig ist, machen wir ne neue Ausschreibung.
Vergangenen Dienstag sprach Kristina Schröder (34), Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Überschneidungen möglich) im Rahmen des Safer Internet Day vor und zu den Schülerinnen und Schülern eines Berliner Gymnasiums. Dabei bewies die Expertin für Extremismus, Feminismus und sexuellen Missbrauch auch auf dem Feld IT großes Einfühlungsvermögen und beeindruckende Sachkenntnis.
Dienstagvormittag im hippen Mitte. Im cool ausgebauten Dachgeschoss des trendigen Phorms-Gymnasiums rutschen Schülerinnen und Schüler aufgeregt auf ihren Stühlen. Es ist einfach alles ein bisschen zu cool, um wahr zu sein. Da stehen drei Promis und reden über ein krass angesagtes Thema: Jörg Pilawa („Rette die Millionen“), Anneke Kim Sarnau („Polizeiruf 110“) und Kristina Schröder („Die Familienministerin“) finden das Internet echt töfte. Jetzt echt mal. Die Anneke gibt zu, dass sie es manchmal nicht so ganz checkt, das mit facebook und so. Das kommt voll sympathisch rüber. Und die Kristina ist eine echte Frau Doktor und weiß gleich Rat: Da muss man sich zusammen mit seinen Eltern einfach mal reinfuchsen in dieses Internet. Die Anneke weiß zwar nicht, ob ihre Eltern da nicht Angst hätten, auf einen falschen Knopf zu drücken und das Internet zu löschen, aber egal, cool ist das schon.
Überhaupt weiß die Kristina viel. Sie sieht nicht nur ein bisschen so aus wie Günter Netzer, sie ist auch so kompetent wie er. Zum Beispiel als sie ganz lässig diesen wirklich großen Satz sagt: „Es ist wichtig, dass man, wenn man im Netz surft, es sicher tut.“ Bingo. Endlich sagt es mal jemand. Safer Surf! Viele Dinge müssen einem ja erst mal gesagt werden. Mal so zum Beispiel: Wenn man gerne die Finger in den Po steckt und dann nachher daran riecht, dann soll man das heimlich machen. Kommt sonst uncool. Und so ähnlich ist es auch im Netz: Da muss man ja auch die Chronik und die Cookies löschen, wenn man anderen Leuten dabei zuguckt, wie sie sich den Finger oder sonstwas in den Po stecken. Das meint die Kristina bestimmt, als sie den Zeigefinger hebt und sagt: „Was in der Realität pfui ist, dass ist im Internet nicht hui.“ Klar wie Kloßbrühe.
Richtig cool wird es, als die Kristina vorschlägt, dass sich Eltern und ihre Kinder bei facebook befreunden sollen. Anerkennendes Raunen der 10 bis 15jährigen. Auf diese Superidee wären sie selbst gar nicht gekommen. Wenn man das mal weiterdenkt, könnte man die Eltern auch auf Partys mitnehmen oder beim ersten Petting dazu holen, so zur Sicherheit. Nicht, dass man plötzlich in ein linksextremes Milieu abrutscht und Cannabis schnupft. Nee, die Kristina ist wirklich eine Politikerin wie sie sein soll: Weiß voll viel und ist dabei total locker. Da bekommt man als junger Mensch richtig Vertrauen in die Politik und freut sich schon darauf, wenn man endlich wählen gehen kann. Den Jörg zum Beispiel.
Gegründet zur Bekämpfung von Ketzern, aufrecht erhalten zur Bekämpfung von Hexen, dann zunehmend entrechtet und in die Kongregation für die Glaubenslehre umbenannt, feiert nun eine der wichtigsten Institutionen des Abendlandes eine glorreiche Auferstehung: Die Inquisition. Doch die Zeiten ändern sich: Was früher eine gelungene Kooperation geistlicher und weltlicher Mächte zur Bekämpfung der satanistischen Weltverschwörung gewesen ist – schließlich finden sich heute in Europa weitaus weniger Hexen als noch vor 300 Jahren – präsentiert sich in unseren Tagen als nüchternes Vertragswerk ACTA (Anachronistisch chimärenhafte Text Aneinanderreihung). Gottlob sind wenigstens die Mittel gleich geblieben.
Die Hexen unserer Tage machen kaum noch Wetter, verderben nur noch selten Feldfrüchte und Vieh. Stattdessen hexen (neudeutsch: hacken) und krexen (neudeutsch: cracken) sie im Internet herum und betreiben dort manch üblen Malefiz. So rauben sie den geistigen Eltern ihre getauften Kinder und stellen in schwarzmagischen Prozessen grässliche Kopien davon her. Damit verderben sie dann vor allem die Jugend und den Konzernen einen Teil ihres Geschäfts. Lange mussten die Europäer diesem schandbaren Treiben tatenlosen zusehen. Doch seit 2007 feilen wackere Wahrer des Guten an einem Buch, das die dringend nötige Hexenverfolgung begründen und erleichtern soll: „Der Hackerhammer“, kurz ACTA.
Besonderes Glanzlicht der ACTA-Krieger: Die geplante Schaffung eines „Oversight Comitee“, das sich mit neumodischem Firlefanz wie demokratischer Transparenz gar nicht erst abgibt. Ebenfalls von den Inquisitionsgerichten der frühen Neuzeit abgeguckt: Die Definitionshoheit darüber, was eine Hexe ist, liegt bei den Hexenjägern. Die Beweislast wiederum liegt nicht beim Kläger sondern beim Beklagten. Ein Recht auf Aussageverweigerung gibt es nicht, dafür brachiale Strafen wie Exkommunikation aus dem Internet und das Verbrennen von Unsummen (sogenannte Kompensationszahlungen).
Natürlich werden derzeit noch Unkenrufe zweifelhafter Individuen laut, die der ACTA-Inquisition Partikularinteressen, mangelnde Sachkenntnis und Lobbyismus vorwerfen. Dabei sollten diese Hexenschützer und Ketzer an der reinen Lehre des gottgegebenen Kapitalismus lieber Acht geben, dass ihre Internet-Provider nicht illegalen Traffic aufweisen oder sich zufälligerweise geschützter Code in ihrer Open-source-Blasphemie finden lässt. Die Hexenriecher (neudeutsch: Patenttrolle) reiben sich bereits die Hände. Und: Wer nicht denunziert, macht sich strafbar.
Seit wenigen Tagen ist das brillant undurchsichtig formulierte Werk durch die EU-Kommission ratifiziert und braucht nur noch den Segen des EU-Parlaments und schließlich der nationalen Parlamente. Drücken wir ACTA die Daumen, dass es seine göttliche Mission erfüllen darf, denn – das wussten schon die Folterknechte frührer Zeiten – im Kampf gegen das Böse muss jedes Mittel Recht sein. Deus lo vult.
Die Regierung (KP) des wohl knuffigsten asiatischen Landes gilt in Sachen Internet als unentspannt. Trotzdem surfen die Chinesen, dass die Breitbandkabel glühen. Gerade twitterähnliche Microblog-Dienste werden immer populärer. In ihrer heute erscheinenden Ausgabe mutmaßt die Zeitschrift Technology Review, dass die sozialen Netzwerke Kräfte entfesseln, die sich von der Kommunistischen Partei (KP) kaum noch beherrschen lassen. KNN sprach per Skype mit Professor Wang Sixin von der Universität für Kommunikation in Peking (KP).
KNN: Sehr geehrter Professor Sixin, wir…
Prof.: Professor Wang, wenn ich bitten darf. Sixin ist mein Vorname. In Europa ist die Reihenfolge von Vor- und Nachname falsch.
KNN: Aber „vor“ bedeutet doch, dass etwas vor dem steht, was anschließend kommt! Also „vor“ ist zuerst und „nach“ da-nach!
Prof.: Das ist eine sehr eurozentrische Sichtweise. In Wirklichkeit existieren vor und nach an einem ausdehnungslosen Ort, so wie der Punkt, und können aus der räumlichen Gleichwertigkeit nicht bedenkenlos in eine zeitliche Hierachie überführt werden.
KNN: Aber Moment mal, das tun Sie doch auch, wenn sie behaupten, der Nachname sei der Vorname!
Prof.: Irrtum. Ich habe behauptet, dass der Familienname zuerst steht.
KNN: Nein, Sie haben gesagt, dass in Europa die Reihenfolge von Vor- und Nachname falsch ist.
Prof.: Und - ist sie das nicht?
KNN: Ja, schön, bitte. Behalten Sie ruhig Recht. Kommen wir zum Thema. Das Bloggen mit 140 Zeichen erlebt in China derzeit einen großen Triumphzug. Haben Sie Zahlen?
Prof.: In China existieren die Zahlen 0 bis 9, die zu unendlich großen Zahlen zusammengesetzt werden können, außerdem negative Zahlen und irrationale Zahlen und…
KNN: Wir meinten Microblog-Nutzerzahlen.
Prof.: Ach so. Drücken Sie sich präzise aus, dann antworte ich Ihnen präzise. Also: 2011 gab es einen Nutzeranstieg von 296% auf fast 250 Millionen. Die größten Anbieter dieser Dienste sprechen sogar davon, jeweils über 200 Millionen Nutzer zu haben.
KNN: Wie heißen diese Dienste?
Prof.: Der Oberbegriff für Microblogs ist Weibo. Die größten Anbieter sind Sina, Tencent und Kein Provider (KP).
KNN: Wann begann das Phänomen in China?
Prof.: Im Mai 2007 präsentierte die Firma Fanfou eine solide Twitterkopie. Twitter ist in China blockiert, müssen Sie wissen.
KNN: Und warum werden die anderen Dienste nicht auch blockiert?
Prof.: Na, das wäre dann zu schlecht für’s Image der Regierung, und die landeseigenen Dienste können ja leichter kontrolliert werden. Sie müssen wissen: Internet in China ist eine sehr selbstreferentielle Sache. Nur 6% der Websites verlinken zu Sites außerhalb des Landes.
KNN: Wie funktioniert die Kontrolle?
Prof.: Es gibt ein ausgefuchstes Regelwerk, eine ganze Behörde und geschätzte 30.000 Kontroll-Polizisten (KPs). Die arbeiten mit Schlagwortlisten aber auch rein manuell. Natürlich nicht nur gegen Kinderpornografie (KP). Die Existenz dieser Polizisten hält viele zur persönlichen Kontrolle (PK) an. So beschäftigen Betreiber von Websites interne „big mamas“, die vor allem heikle Forum-Kommentare (Kommentarparasiten = KPs) löschen, bevor die ganze Homepage gesperrt wird.
KNN: Die Weibos gelten aber irgendwie als freier, als schwerer zu kontrollieren. Stimmt das?
Prof.: Durch Weibos wurden einige Vorfälle zu öffentlichen Skandalen und Kontroversen: Die Ürümqi Unruhen, der Li Gang Unfall, das Zugunglück von Wenzhou, das Feuer in Shanghai. Das hat ihnen den Ruf eingetragen, besonders effizient für Regimekritik zu sein. Von diesem Image abgesehen: Microblogging geht halt schnell und erreicht viele. Man spricht in der KP von einem Kontrollproblem (KP).
KNN: Könnte es durch Microblogging zu einer Revolution in China kommen?
Prof.: Klar – da müssen ein paar Leute nur oft genug „Umsturz“ auf Mandarin oder Apfelsin in die Tasten tippen, schon kippt der ganze Staatsapparat um.
KNN: Meinen Sie das ernst?
Prof.: Na, vorher ist man immer schlauer.
KNN: Es heißt „nachher“.
Gestern streikten mehrere Online-Dienste gegen die geplanten US-Gesetze PIPA (Protect IP Act) und SOPA (span.: Suppe {f.}). Am Streik beteiligte sich auch die englischsprachige Version des Online-Lexikons Wikipedia. Den ganzen Tag lang fand sich statt der informativen Artikel eine schwarze Protestseite. Damit sollte darauf hingewiesen werden, dass die zum Schutz der Urherberrechte geplanten US-Gesetze als Grundlage einer Zensur-Infrastruktur begriffen werden sollten. Bei Schülerinnen und Studentinnen (generisches Femininum) kam es dadurch allerdings zu großen persönlichen Krisen.
18.1.2012, mittags in Washington D.C. Die Studenten (generisches Neutrum) Peter, Paul und Mary (alle 21) wissen weder ein noch aus. Morgen sollen sie in ihrem Hauptfach Geschichte ein Referat über die napoleonische Außenpolitik (Russland, Preußen, Elba, St. Helena) halten. Aber ihr bevorzugter Abschreibedienst ist „irgendwie kaputt“.
„Ausgerechnet jetzt“, jammert Peter. „Dabei haben wir einen ganzen halben Tag eingeplant, um in Ruhe das Referat vorzubereiten.“ Paul zeigt sich technisch interessiert: „Erst dachte ich, es ist etwas mit unserem Computer, dem Monitor vielleicht. Aber dann haben wir es an einem anderen Rechner versucht – und wieder alles dunkel.“
Auf die Frage, ob sie es nicht mit einer Bibliothek versuchen wollen, äußert sich Mary skeptisch: „Aber in meinem Kindle ist doch gar kein Aufsatz über Napoleon gespeichert.“
Peter ergänzt: „Und falls Sie diese coolen Häuser voller Papierbücher meinen – das dauert doch Tage.“
Wie den Dreien geht es Vielen in der englischsprachigen Welt. So steht auch der Schüler William (17) in Glasgow vor einem gewaltigen Problem. „Morgen schreiben wir in Erde einen Test über tektonische Plattenverschiebung, und jetzt funktioniert Wiki nicht. Am Ende muss ich mit meinem Vater reden, der den Kram vor Jahren mal offline gelernt hat. Das finde ich echt unpornös.“
Auch in Deutschland sorgt man sich. „Soll ich mir vielleicht das ganze Wikipedia sicherheitshalber downloaden?“, fragt sich zum Beispiel der Politikwissenschaftsstudent Max. „Wie viel Speicherplatz ich da wohl brauche? Bestimmt 100 USB-Sticks, oder so. Und wann soll ich das machen? Ich habe 567 Freunde bei facebook. Soll ich die vernachlässigen, weil da irgend so ein Stress in der Politik abgeht?“
Die deutsche Politik zeigt sich von den US-Querelen unbeeindruckt. Guido Westerwelle, Noch-Bundesminister des Aus- und Widerwärtigen, legt den Begriff „liberal“ nach wie vor sehr liberal aus und stellte sich am Sonntag klar auf die Seite der Monopolinhaber. Die Piratenpartei hingegen verschlief laut einem knallharten Investigativ-Journalisten der FAZ den Protesttag.
Unterdessen haben jedoch wackere Tüftlerinnen in extremen Spezialisten-Blogs das komplexe Wikipedia-Problem für ihre Englisch sprechenden Kollegen gelöst: „He ihrs! JavaScript aus, oder gleich NoScript an. Dann klappt’s auch mit den Artikeln.“ Es bleibt zu hoffen, dass Peter, Paul und Mary ihr Referat noch rechtzeitig fertig stellen konnten.
Wirkt Ihr Rechner lustlos und schlapp und arbeitet nur mit halber Kraft? Schuld könnte ein Virus sein. Gerade in der nasskalten Jahreszeit greifen die tückischen Schädlinge um sich. KNN bietet Ihnen einen umfassenden Test: Wie sauber ist mein Rechner?
1. Mein Rechner ist a) ein PC oder b) natürlich von Apple oder c) eins von beiden und läuft mit Linux.
a) Obacht! Und weiter bei 2.
b) Vor Apple ekeln sich sogar Viren. Aber nicht alle. Sicherheitshalber weiter bei 2.
c) Sie haben vermutlich ganz andere Probleme als Virenbefall. Aber wenigstens lösen Sie Ihre Probleme selbst. Zeit für diesen Test bliebt Ihnen da sicher kaum.
2. Es steht a) ein Pferd auf dem Flur oder b) kein Pferd auf dem Flur.
a) Vorsicht! Es könnte sich um einen Trojaner handeln. Weiter bei 3.
b) Kein Grund zur Sorge, aber sicherheitshalber weiter bei 3.
3. Wenn Sie den Rechner anschalten geht er a) nicht an oder b) an.
a) Alarm! Ihr Rechner könnte von einem Virus befallen sein. Überprüfen Sie die Stromverbindung, dann weiter bei 4.
b) Bisher alles unter Kontrolle. Lesen Sie entspannt weiter bei 4.
4. Auf ihrem Display erscheint a) ein Kind und hält Ihnen grinsend Wurzeln vor die Nase oder b) nichts besonderes.
a) Oha! Sie haben höchstwahrscheinlich Besuch von einem verschlagenen Rootkid. Da hilft nur eins: das Betriebssystem neu aufsetzen. Dann weiter bei 5.
b) Alles easy. Aber schauen Sie doch mal bei 5 vorbei.
5. Sie sind a) SPIEGEL-Leser oder b) doch nicht bekloppt oder c) ja, aber nur online.
a) Potzblitz! Ihr Computer gehört mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem der rund 33.000 Rechner, die das von „Cyber-Gangstern” erschaffene „Zombie-Netzwerk“ aufrufen, das von der FBI „sichergestellt“ wurde. Um zu sehen, ob der DNS-Changer auch Ihnen heimleuchtet, gehen Sie sofort auf die vom BSI und der Deutschen Telekom betriebene Sit www.dns-ok.de und überlasten Sie zusammen mit Millionen anderen deren Server.
b) Vielleicht lesen Sie Ihre IT-News lieber auf heise? Dann fürchten Sie sich nicht vor dem DNS-Changer, sondern davor, sich auf www.dns-ok.de einen Bundestrojaner einzufangen. Nur weil man paranoid ist, heißt das ja nicht, dass sie nicht hinter einem her sind.
c) na, nur dort stand doch die Sache mit dem „Zombie-Netzwerk“. Lesen Sie einfach a) wie alle anderen und halten Sie sich nicht ständig für was Besseres.
Sollten nach diesem umfangreichen Test auf Ihrem Rechner immer noch Schadstoffe sein, dann wenden Sie sich bitte an die Schadstoffzentrale der FAZ.
Kommunismus und Konsumismus – das klingt so nahe beieinander, und doch geht es bei Ersterem vorrangig um die Erziehung des Menschen über den Weg der Ökonomie und bei Zweiterem um die Erziehung des Menschen für die Ökonomie. Der ungebildete Beobachter beider Systeme mag den Eindruck erhalten, dass die Menschen hier wie dort vor allem an Geld und die damit zu kaufenden Produkte denken. Doch während sich die im Mangel lebenden Kubaner tatsächlich täglich fragen, warum es zum Beispiel in der Eisdiele nur zwei Sorten gibt, die auch noch beide gleich schmecken, ist man im reichen und sicheren Deutschland frei genug, sich über wirklich wichtige Dinge Gedanken zu machen. So entspinnt sich bereits auf dem Rückflug in die freie Welt der mündigen Verbraucher im KNN-Team ein philosophischer Dialog über Grundsätzliches.
KNN1: He, zeig mal. Du hast ja schon das neue Galaxy Nexus i9250.
KNN2: Klar. Kommt ab Werk mit Android 4.x
KNN1: Endlich! Und, neue Killerfeatures?
KNN2: Nicht unbedingt. Resizable Widgets und Ordnergruppen hatte ich schon vorher, aber halt als App. Aber Face-Unlock ist cool.
KNN1: Face-Unlock??
KNN2: Ich kann mein Smartphone mit einem Lächeln entsperren.
KNN1: Und wenn du richtig Scheiße drauf bist?
KNN2: Ja, Mist. Da habe ich noch nicht drüber nachgedacht. Zumindest läuft 4.x sowohl auf Tablets als auch auf Smartphones, das ist ja wohl was Neues.
KNN1: Neid! Mit meinem HTC Hero habe ich gerade mal Android 2.1. drauf. Und das hat ewig gedauert, wegen dem Branding bei T-Mobile.
KNN2: Du hast noch ein Hero? Alter, das ist ja Steinzeit.
KNN1: Na und? Ich finde, dass die Nachfolgemodelle Legend, Magic, Rezound, Rhyme, Salsa, Sensation, Sensation XE und Sensation XL nicht soviel Spannendes gebracht haben.
KNN2: Was hältst du denn vom Wildfire?
KNN1: Wenn schon, dann das Wildfire S, da ist statt 2.1 immerhin 2.3.3. drauf.
KNN2: Stimmt, aber ich frage mich manchmal, ob da das Ansprechverhalten auf Dauer meinen Ansprüchen genügen würde.
KNN1: Das finde ich ja beim P990 Optimus Speed ziemlich gut. Und da ist immerhin 2.2 drauf.
KNN2: Naja, aber die Displayverarbeitung. Da kommt doch sofort Dreck rein. Dann doch lieber ein Racer oder Crescent.
KNN1: Nicht eher ein Backflip, Flipout oder DroidPro?
KNN2: Nee, dann doch wohl ein Milestone XT720 oder ein Milestone 2.
KNN1: Na, wenn du so anfängst, warum dann kein beTouch E400, ein Stream S110 oder ein Liquid E? Wenn nicht sogar ein U8510 oder U8650?
KNN2: Das ist doch noch X3, es gibt doch längst X5.
KNN1: Ach, du meinst das U8800? Und warum nicht eher ein Nüvifone A50?
KNN2: Das kannste maximal bis 2.1 upgraden.
KNN1: Ach echt? Nee, dann…
Noch immer stehen wir in der Schlange vor dem Cinema „Charles Chaplin“. Mittlerweile ist es 23.30 Uhr, der Film hat längst angefangen, ein Drittel der Schaulustigen ist nicht hinein gekommen, murrt nun aber auf der Straße. Darunter unser Interviewpartner Rolando Ronaldo Masomenos Speedy Gonzalez: „Wir bekommen keinen ordentlichen Lohn, wir bekommen kein ordentliches Essen und jetzt bekommen wir noch nicht mal unseren verdammten Zombiefilm!“ Das sehen viele Andere genau so. Und: Der Protest hat Wirkung. Kurzerhand wird eine zweite Vorführung für Mitternacht anberaumt. Wir haben Zeit, das Interview fortzusetzen.
KNN: Also, wie geht es normalerweise nach dem Studium weiter?
Rolando: Zwei Jahre „servicio social“. Ich habe in dieser Zeit Software für eine militärische Einrichtung entwickelt. Eine eher angespannte Atmosphäre irgendwo zwischen Paranoia und berechtigter Sorge, dass die USA mal wieder versuchen per CIA unser Land zu…äh…befreien.
KNN: Und jetzt?
Rolando: Arbeite ich für eine Unterabteilung des Gesundheitsministeriums. Ich betreue „InfoMed“, ein Mediziner-Intranet mit News, Artikeln, Forum. Das gefällt mir ganz gut. Wie bei diesen offiziellen Stellen üblich, verdiene ich 400 moneda nacional im Monat.
KNN: Damit kannst du dir am Straßenstand 40 kalte perros caliente kaufen.
Rolando: Ja, jeden Tag einen und Sonntags auch mal zwei. Ich muss achtgeben, dass ich nicht fett werde.
KNN: Das klingt etwas bitter.
Rolando: No es fácil, amigos. Nach Feierabend muss ich eben etwas dazu verdienen. Hier eine Homepage für ein Privatrestaurant, da ein kleiner Privatdeal.
KNN: Ist das legal?
Rolando: Mal so, mal so, weil bei Devisengeld die Devise gilt: legal, illegal, scheißegal. Zur Zeit geht es mir aber recht gut.
KNN: Wieso?
Rolando: Weil ich eine deutsche Freundin habe. Für die ist es kein Problem, mal eine Maus springen zu lassen.
KNN: Das klingt aber unromantisch ökonomisch.
Rolando: Es ist eben ein Teil der kubanischen Realität. Spielt in Deutschland die Ökonomie bei Beziehungen keine Rolle?
KNN: Doch, aber man spricht nicht darüber. Glaubst du denn, dass deine Freundin in dieser Hinsicht naiv ist?
Rolando: Wir sprechen nicht darüber. Haha. Nein, nein, sie gehört nicht zu den Mädels, die hier zum „Tanzen“ hinkommen, dann ein Patenkind adoptieren und Sachen sagen wie: Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine…
KNN: Aufhören! Sag uns lieber, wie du die Zukunft der IT in Kuba einschätzt.
Rolando: Die zweiten Computer-Inder werden wir wohl nicht. Unsere Ausbildung ist recht solide, aber es hapert am Englisch und an ausländischen Investoren.
KNN: Wieso gibt es keine?
Rolando: Es gibt schon durchaus Interessierte. Klar: Schlaue Leute in einem Niedriglohnland. Aber US-Unternehmen ist es von ihrer eigenen Regierung verboten, hier zu investieren. Die USA haben das sogar allen möglichen anderen Ländern verboten, setzen da aber dieses Verbot gnädigerweise halbjährlich aus.
KNN: Nee, oder?
Rolando: Si, claro. Wir sind ja ein Top-Terrorstaat. Wir haben über 600 Anschläge zu verzeichnen.
KNN: Echt?
Rolando: Ja, durch die USA auf Fidel Castro. Sonst ist mir nix bekannt. Aber das könnt ihr ja selbst recherchieren. Sonst denkt ihr, ich verzapfe kubanische Propaganda. Und ich möchte noch etwas loswerden.
KNN: Nur zu.
Rolando: Ich habe in Internetzeitungen gelesen, dass in Deutschland Kuba oft herhalten muss, um zu demonstrieren, dass Sozialismus und Kommunismus nicht funktionieren. Was für eine Zumutung Kuba vor der Revolution gewesen ist, interessiert scheinbar niemanden. Auch nicht, dass wir im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern immer noch sehr gut dastehen. In Bezug auf Alphabetisierung und Gesundheitssystem sogar deutlich besser als die USA. Ich habe gehört, dass der Kapitalismus da auch nicht immer so gut funktioniert.
KNN: Reden wir nicht über die USA, reden wir über Kuba.
Rolando: Gut. Ich will gar nicht leugnen, dass es große hausgemachte Probleme gibt: Restriktionen durch die kubanische Regierung, eine kafkaeske Bürokratie, Zensur, beschränkter Internetzugang, alte Männer, die eh alles besser wissen, eine miese Infrastruktur und die Mentalität vieler Kubaner. Wir sind vermutlich Weltmeister im Durchwursteln, aber keine effizienz-optimierten „Wo-sehe-ich-mich-in-5-Jahren“-Strategen.
KNN: Glaubst du trotzdem an eine bessere Zukunft?
Rolando: Wenn bei uns viele kleine Leute an vielen kleinen Orten…
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Nachtrag: „Juan de los muertos“ ist ein freundlicher Gewaltspaß von internationalem Format. Die anwesende Jugend und uns hat er hellauf begeistert. Halb Havanna wird in Schutt und Asche gelegt, darunter Wahrzeichen wie das Capitolio. Weitere Glanzlichter: Propagandaplakate wie „patria o muerte“ als Hintergrund für schlurfende Zombiehorden („Dissidenten, alles Dissidenten“), ein Ami auf dem Platz der Revolution der die „Erlösung vom Bösen“ verkündet und die Frage des Protagonisten, ob sich seit der Zombieinvasion in Havanna eigentlich viel verändert hat. Außerdem erhält das alte Motiv mit dem Auto, dass nicht anspringt, wenn Monster kommen, endlich einen neuen Dreh: Vier Kubaner sitzen im Auto, aber keiner hat einen Führerschein. Ein paar Tage später treffen wir auf einer kleinen Fiesta einen Kammeramann der Produktion. Mit ordentlicher Rumfahne zwitschert er uns: „Ein politischer Film? Iwo. Wir wollten nur Spaß haben und zeigen, wie es gerade in Kuba zugeht. Viva la Stagnaciòn, oder wie das heißt.“
Das Cinema „Charles Chaplin“ am Ende der Flaniermeile „La Rampa“. 20.00 Uhr: Die Menschenschlange windet sich um zwei Häuserblocks, überwacht von einem Aufgebot grimmig dreinblickender Polizisten. Um 22.30 Uhr startet „Juan de los muertos“, der erste kubanische Zombiefilm, der obendrein in Havanna spielt. Die Jugend der Stadt steht kopf und folglich Schlange. Darunter auch Rolando Ronaldo Masomenos Speedy Gonzalez, ein 26jähriger Informatiker. Bei fritierten Nudeln und grün umbüchstem Bier interviewen wir den Wartenden, der in seinem Traum-Theater-T-Shirt interessanterweise dem Stereotyp des deutschen Informatikstudenten erstaunlich nahe kommt.
KNN: Hallo. Lange Schlange, was?
Rolando: Da hättet ihr mal die Schlange sehen sollen, als es 1991 in der Calle Opisbo Äpfel und Binden gab.
KNN: Echt jetzt?
Rolando: Kleiner Spaß. Aber Anstehen ist für mich nichts Neues.
KNN: Du bist Informatiker. Spielt Informatik überhaupt eine Rolle in Kuba?
Rolando: Aber Hallo. Habt ihr nicht den letzten Blogeintrag bei KNN gelesen? 2002 hat Fidel Castro die Softwareentwicklung als wichtigen Wirtschaftspfeiler ausgerufen. In Havanna studieren rund 10.000 Menschen an 10 Fakultäten Informatik. Ich gehöre zur dritten Generation.
KNN: Erzähl uns doch ein bisschen über das Studium.
Rolando: Es dauert 5 Jahre. Wie in allen naturwissenschaftlichen Disziplinen wird man zunächst in Mathematik, Physik, Ökonomie und Wissenschaftsphilosophie unterrichtet.
KNN: Wissenschaftsphilosophie? Das klingt interessant.
Rolando: Ist aber für den Arsch. Und die Mathematik ist weitgehend diskret. Also Psst!
KNN: Und sonst so?
Rolando: Ich habe einiges über Datenbanken gelernt, MySQL und Oracle zum Beispiel. Und über Systemadministration. Und natürlich Programmiersprachen.
KNN: Welche?
Rolando: Für Webprogrammierung Java Script, PHP, CSS, HTML, XML. Ansonsten Java, Che++ und Che#.
KNN: Das klingt doch recht modern.
Rolando: Danke. Ich weiß paternalistisches Lob immer sehr zu schätzen. Den chinesischen Markt rollen wir aber seltsamerweise trotzdem nicht auf.
KNN: Sonst noch was, was unsere Leser in Deutschland über das kubanische Informatikstudium wissen sollten?
Rolando: Es gibt noch die Fächer Teleinformación, Inteligencia Arteficial und Programación Logica, die vor wenigen Jahren die Programación Alogica abgelöst hat. Das Studium ist kostenlos, aber die Studenten müssen oft unbezahlt für die Uni oder einen anderen staatlichen Betrieb arbeiten. Das Schlagwort dazu ist „Solidarität“.
KNN: Klingt nach Ausbeutung.
Rolando: Ach, in Deutschland bekommt man das Studium geschenkt?
KNN: Nee, es kostet in der Regel Geld. Und während oder nach dem Studium arbeitet man für kein oder wenig Geld für private Firmen, weil das angeblich dem Lebenslauf nutzt.
Rolando: Klingt nach Ausbeutung.
KNN: Es heißt aber Praktikum. Wie geht es denn für die Informatiker in Kuba nach dem Studium weiter?
Rolando: Das erfahren die Leserinnen und Leser von KNN nächste Woche. He, schau mal, da vorne drängeln sich schon wieder so ein paar Halbstarke dazwischen. Verflixte Asozialisten, euch werde ich heimleuchten!
Wir haben mittlerweile erfahren, dass immer mehr Kubaner daheim oder an Schaltern der Telefongesellschaft ETESCA auf E-Mail-Programme zugreifen. Wenn es nicht wieder einen Stromausfall gibt, können die correos electronicos meist mühelos gesendet und empfangen werden. Web Provider haben wir bisher jedoch nur in den großen Hotels und zum Touristentarif entdeckt. Es gibt sie aber auch an den universitären Fakultäten. Heute besuchen wir die “Catedra Humbold de Cuba”.
Ein verschmitzt lächelnder Mann mit so etwas wie Rastalocken öffnet uns die wurmstichige Tür des heruntergekommenen Baus im Kolonialstil. Auf dem Weg in den ersten Stock stellt er sich auf Deutsch mit österreichischem Akzent als Ricardo, Herr ueber das Chaos, vor. So präzise diese Jobbezeichung ist, so sehr lädt sie im verwunschenen Inneren des Gebäudes auch zu phantastischen Assoziationen ein.
Ein magere Katze huscht hinter eine Säule, ein Hund bellt in der Ferne, eine Grille zirpt im Zimmer. Doch halt! Die Grille ist ein Computer, der schwungvoll verkabelt neben einem Ensembel aus Bergsteigerschuhen und einem aufgebauten Zwei-Personen-Zelt vor sich hinflackert. Bergsteigerschuhe? Eine Huldigung an die Orishas, jene afrokubanischen Gottheiten, die…
“Nächste Woche ziehe ich nach Österreich”, unterbricht Ricardo unsere Gedanken. “Ich heirate kirchlich in den Alpen.” Er zuckt mit den Schultern und lacht ein unwiderstehliches Lachen. “Folklore hat mich schon immer fasziniert. Und exotische Länder.”
So interessant sein Plan ist, wir sind hier, um über IT zu reden. Die Studenten wohnen meist in Heimen mit Zwei- bis Vier-Bett-Zimmern, zu denen je ein Computer mit Internetzugang gehört. Die 100 Megabyte Traffic pro Monat wollen gut eingeteilt sein. Facebook, youtube oder MSN sind angeblich nicht zugänglich.
“Die Zensur funktioniert durch zwei Einstellungen”, verrät uns Ricardo. “Die der Proxyserver und die der Leute. Viele haben einfach Angst.”
Wir verstehen. Irgendwie weiß man nie, was passieren kann und was nicht. In manchen staatlichen Betrieben sind nur urls mit der Endung “cu” zugelassen. In anderen geht alles, aber plötzlich bittet der Chef zum Gespräch. Nach dem Einbruch des Zuckerimports und der Einsicht, dass die Einnahmen aus dem Tourismus zu schwankend sind, hat der fidele Castro die Entwicklung von Software als Einnahmquelle ins Visier genommen. Dazu braucht es Netzzugang. Aber ein bisschen Kontrolle muss schon sein.
Wir surfen mit Ricardo zu heise, tarent und einem Moorhuhn-Spiel. Als er kurz auf dem Klo verschwindet, wollen wir unser Kreditkartenguthaben bei American Express checken. Zackbumm – die Seite wird blockiert.
“Seid ihr verrückt?”, will unser zurückgekehrter Gewährsmann wissen. Wie beim Keksemopsen erwischte Kinder blicken wir zu Boden. Hoffentlich bekommt der gute Wahlösterreich nicht zum Schluss noch Ärger.
“Ja, was glaubt ihr denn”, sagt Ricardo kopfschüttelnd. “Die Ami-Banken blockieren die Zugriffe aus Kuba. Ist doch klar.”
Ach so.
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Lesen Sie nächste Woche ein hochinformatives Interview mit einem kubanischen Informatikstudenten.
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